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1. Polizeirevier : Kripo muss auf neue Räume warten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Planungen für zweiten Bauabschnitt beim 1. Polizeirevier sollen frühestens 2020 beginnen. Gewerkschaft spricht von „Ohrfeige für die Kollegen“

Neumünster | An der Altonaer Straße schreitet der Erweiterungsbau für das 1. Polizeirevier voran. Die Tage in beengten Provisorien sind gezählt – erst in der inzwischen abgerissenen Wache der ehemaligen Verkehrspolizeidirektion, jetzt im Container. Eigentlich müsste das für die Polizisten, die hier Dienst tun, ein Grund zur Freude sein.

Torsten Jäger, Regionalgruppen-Vorsitzender der Polizei-Gewerkschaft GdP, spricht dennoch von einer „Riesenenttäuschung und Verärgerung“. Der Grund: Ein als zweiter Bauabschnitt geplanter Neubau für die Kriminalpolizei und einen gemeinsamen Ermittlungsdienst von Kripo und Schutzpolizei wird nun voraussichtlich doch nicht zeitnah folgen, sondern wegen der, so Jäger, „überraschenden Erkenntnis steigender Kosten bei anderen Bauprojekten des Landes gefühlt bis ins nächste Jahrhundert verschoben. Frühestens nach 2020 sollen die Planungen beginnen.“ Diese Entscheidung komme aus heiterem Himmel und bedeute für die Kollegen an der Alemannen- und Altonaer Straße eine Ohrfeige. 2011 mussten 100 Polizisten das durch Schimmelbefall belastete Revier an der Parkstraße räumen und zogen in das Gebäude an der Alemannenstraße. „Aus Sicht der Behördenleitung ist der Raumbedarf hier unstrittig“, sagte Neumünsters Polizeisprecher Sönke Hinrichs.

Schon vor gut einem Jahr schlug Torsten Jäger in einem offenen Brief an Finanzministerin Monika Heinold und den damaligen Innenminister Andreas Breitner Alarm (der Courier berichtete). In seiner Antwort bekräftigte Breitner, es sei anschließend an den 1. Bauabschnitt „vorgesehen, den festgestellten Raumbedarf durch einen Neu- und Erweiterungsbau (2. Bauabschnitt) zu decken“. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede. Zu der aktuellen Diskussion über eine eventuelle zeitliche Verschiebung des 2. Bauabschnitts sagte ein Sprecher des Innenministeriums: „Eine Verschiebung ist wahrscheinlich. Exakte Abstimmungsprozesse dazu laufen noch. Weitere Angaben zu dem Thema sind daher erst nach Abschluss der Gespräche möglich.“

Gewerkschafter Torsten Jäger stellte das nicht zufrieden. „Wir sind sauer. Das Mindeste, was passieren muss, ist, dass man über einen Plan B nachdenkt.“ Ein Planungsbeginn nach 2020 heiße, dass diese Entscheidung auf eine unbekannte Zukunft verschoben werde, so Torsten Jäger.

 

 

 

 

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erstellt am 28.Apr.2015 | 05:00 Uhr

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