Neumünster : Kreisverkehr vor dem Bahnhof?

Vorstellung des Planungsamtes:  Auf dem nördlichen Teil des Konrad-Adenauer-Platzes  vor dem Bahnhofseingang (oben links)  wird zwischen Kuhberg (rechts) und Rendsburger Straße (oben) ein  Kreisverkehr eingerichtet.   Foto: Grafik: Stadt
Vorstellung des Planungsamtes: Auf dem nördlichen Teil des Konrad-Adenauer-Platzes vor dem Bahnhofseingang (oben links) wird zwischen Kuhberg (rechts) und Rendsburger Straße (oben) ein Kreisverkehr eingerichtet. Foto: Grafik: Stadt

Neumünster droht mit der Eröffnung des neuen Einkaufszentrums in der Innenstadt der Verkehrskollaps. Ein Kreisverkehr vor dem Bahnhof könnte helfen.

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04. Mai 2012, 11:17 Uhr

Neumünster | Die Stadt denkt um - und setzt in der Verkehrsplanung für die Innenstadt auf einen Kreisverkehr. Ein großes Oval - mehr ein überdimensionales Ei als ein echter Kreis - soll vor dem Bahnhof am Kuhberg/Konrad-Adenauer-Platz helfen, den Autoverkehr in vernünftigen Bahnen zu halten. Für Neumünster wäre es eine Premiere: Nach dem bescheidenen Rund in der Böcklersiedlung könnte mit dem langgezogenen Rondeel am Bahnhof der erste richtige Kreisverkehr in der Stadt entstehen.

Auf dem Bürgerforum in der Stadthalle zum geplanten Einkaufszentrum stand ein Gedanke im Mittelpunkt der Überlegungen: Wie lässt sich die Blechlawine zur künftigen "Holsten-Galerie" überhaupt lenken, ohne dass der Innenstadt ein täglicher Kollaps auf den Straßen droht? Die Abteilung Stadtplanung hatte für das Forum die neunseitige Kurzfassung des umfangreichen Verkehrsgut achtens veröffentlicht. Entscheidende Aussage: Bleibt alles beim Alten, wären künftig die Kreuzung am Gänsemarkt und der Bahnhofsvorplatz hoffnungslos überlastet. Staus wären an der Tagesordnung.

Fast 500 Fahrzeuge pro Stunde?
Denn nach Einschätzung der Experten werden die allermeisten Besucher das Einkaufszentrum zwischen Bahnhof und Teich mit dem Auto ansteuern. An der Ecke Fabrikstraße/Bahnhofstraße soll nach jetziger Planung die Zufahrt zur "Holsten-Galerie" sein. Kundenparkplätze befinden sich auf dem Dach des Einkaufszentrums, Reserven bietet das Parkhaus am Bahnhof. Neben 23.000 Quadratmetern reiner Verkaufsfläche sind in der Galerie auch gastronomische Einrichtungen und Büros vorgesehen - das erhöht natürlich die Zahl der Autos, die das Zentrum ansteuern.
Im Auftrag der Stadt kommt das Ingenieurbüro Masuch + Olbrisch in seiner Prognose für das Areal auf 8200 Autos täglich, davon nahezu 100 Lastwagen. In Spitzenzeiten sollen es auf der Zufahrt 470 Fahrzeuge stündlich sein. Bei der Ausfahrt kalkulieren die Gutachter nach Geschäftsschluss sogar mit 520 Autos in der Stunde. 60 Prozent des Verkehrs im Quartier soll dabei "reiner Neuverkehr" sein. Mit anderen Worten: Die Verkehrsbelastung wird sich mit dem Einkaufszentrum im Vergleich zu heute weit mehr als verdoppeln.

Großflecken bald für Durchgangsverkehr gesperrt?
Betroffen wären alle Straßenzüge in der Umgebung. Am Teich, Schleusberg, Wasbeker Straße, Bahnhofstraße - überall würde deutlich mehr Verkehr rollen. Die Planer sind überzeugt, dass das ampelfreie Oval aus der stark frequentierten Zone vor dem Bahnhof ein Areal macht, das auch bei Fußgängern und Radfahrern Zustimmung findet. Über die Kosten ist bislang nichts bekannt, aber es handelt sich zurzeit auch nicht um konkrete Entwürfe, sondern nur um erste Überlegungen.
Mit dem Umbau des Adenauer-Platzes - falls er denn überhaupt kommt - wäre das Verkehrsproblem aber noch nicht aus der Welt geschafft. Denn auch die Gänsemarkt-Kreuzung gilt den Experten als überlastet - hier sind bislang keine Umbaupläne bekannt. Aber es gibt nach Empfehlung der Gutachter eine ganz andere Lösung, die in der Stadt bereits seit Jahren diskutiert wird: Der Großflecken wird für den Durchgangsverkehr gesperrt.

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