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Hilfe vom SV Tungendorf : Kreiselternwahl der Kitas steht an: Neue Regelung im Streikfall

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Eltern könnten als Betreuer in ihrer Kita einspringen und sind dabei über den SV Tungendorf (SVT) als vorübergehende Übungsleiter versichert.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Auch wenn der Kitastreik gerade abgewendet wurde, gibt es jetzt eine neue Regelung für mögliche Arbeitskämpfe in den städtischen Einrichtungen: Sollte in den Kindertagesstätten irgendwann wieder einmal gestreikt werden, können künftig Väter und Mütter als Betreuer in ihrer Kita einspringen und sind dabei über den SV Tungendorf (SVT) als vorübergehende Übungsleiter versichert. Diese Einigung mit der Stadt und dem Sportverein teilte jetzt Kreiselternvertreterin Marion Khabiri mit.

Der wochenlange Streik in den städtischen Kitas im Frühjahr hatte an den Nerven vieler Eltern gezehrt. Die Angestellten hatten mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen gefordert (der Courier berichtete).

Sollte es wieder einmal zum Ausstand kommen, können sich Väter und Mütter nun an ihren Kreiselternvertreter wenden, der den Kontakt zum SVT herstellt. Laut Marion Khabiri ist das schnell und unbürokratisch möglich. Eine Betreuung in Eigenregie kann so in den Räumen der betroffenen Kindertagesstätten gewährleistet werden.

„Unser Angebot gegenüber der Stadt steht“, erklärte Christoph Blöh, Vorstandsvorsitzender des SVT. „Sobald sich eine Streikphase in Kitas ankündigt, werden wir uns kurzfristig mit der Stadt zusammensetzen und die Regelung vertraglich besiegeln“, so Blöh.

Am morgigen Donnerstag, 8. Oktober, steht die Jahresvollversammlung der Kreiselternvertreter mit der Wahl eines neuen Vorstandes an. Sie findet um 20 Uhr in der Kita Schwedenhaus am Meßtorffweg 4 statt. Marion Khabiri wünscht sich nicht nur eine rege Beteiligung, sondern auch wieder mehr Vorstandskollegen. „Wir sind nur noch zu viert und können gerne noch weitere Ehrenamtliche gebrauchen“, sagt sie.

Kommentar: Vertrauensbildende Maßnahme

Auch wenn der drohende Kitastreik erst einmal vom Tisch ist, so ist die neue Regelung  für den Fall  eines weiteren  Ausstandes immens  wichtig. Die Vereinbarung  zwischen der Stadt als Kita-Träger und dem SV Tungendorf ist eine bahnbrechende vertrauensbildende Maßnahme für viele verunsicherte Eltern. Denn eins ist mal klar: Der nächste Arbeitskampf der Erzieher kommt bestimmt. Jetzt ist er für  die Familien nicht mehr das unberechenbare Schreckgespenst, das irgendwann droht. Stattdessen gibt es einen echten Plan B, sollten die Eltern mal wieder über Wochen komplett ohne Kita-Betreuung dastehen. Der kreative Lösungsansatz, der jetzt gefunden wurde, könnte auch in anderen Kommunen Schule machen. Dieser unkomplizierte Schulterschluss zwischen Stadt und Sportverein verdient großen Respekt.

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