Neumünster-Gadeland : Kreisel: Beirat drängt auf Ortstermin

Das ist die knifflige Kreuzung (Bildmitte): Von links mündet die Leinestraße auf die Boostedter Straße, auf die aber auch der Verkehr von der Südumgehung (unten im Bild) und aus der Hartwigswalder Straße (gegenüber von der Leinestraße) mündet.
Das ist die knifflige Kreuzung (Bildmitte): Von links mündet die Leinestraße auf die Boostedter Straße, auf die aber auch der Verkehr von der Südumgehung (unten im Bild) und aus der Hartwigswalder Straße (gegenüber von der Leinestraße) mündet.

Der Stadtteilbeirat Gadeland ist verstimmt über Stadtbaurat Kubiak. Die Stadt lehnt eine Ampel an der Boostedter/Leinestraße als Zwischenlösung ab.

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16. Dezember 2017, 12:45 Uhr

Der echte Aufreger kam zum Schluss: Als am Donnerstagabend der Gadelands Stadtteilbeirats-Vorsitzender Dr. Volker Matthée die Antwort des Stadtbaurats Thorsten Kubiak verkündete, entglitten einigen Beiratsmitgliedern aus Ärger die Gesichtszüge. Denn die unendliche Geschichte um den vom Beirat heiß ersehnten und bisher versagtem Kreisel an der Kreuzung Boostedter Straße/ Hartwigswalder Straße/Leinestraße verlängert sich um ein weiteres Kapitel.

Nachdem die Mittel in Höhe von 600 000 Euro zwar bereitgestellt, die Planung des Kreisels aber aufgrund der Eigentumsverhältnisse nicht angeschoben werden konnte, hatte Matthée verschiedene Fragen an die Stadt gestellt mit dem Tenor, den Kreisel „unverzüglich“ anzupacken. Denn ein Teil der Flächen, die für einen Kreisel nötig wären, gehören dem Bund (Bima). Anfang 2016 habe die Stadt Verhandlungen aufgenommen, mit Ergebnissen sei frühestens Mitte 2018 zu rechnen, teilte Kubiak mit – was der Beirat mit Kopfschütteln quittierte („so lange dauert das doch mit der Bima nicht“). Die Möglichkeit einer Förderung bestehe – für die Deckensanierung der Boostedter Straße, lautete weiterhin die Antwort. Derzeit werde im Industriegebiet Süd gebaut – die Erschließung dauere bis Ende 2018; ein eventueller Kreiselbau könne also frühestens im Haushaltsjahr 2019/2020 erfolgen. Besonders frustrierend war die letzte Antwort: Matthée hatte nach den Überlegungen der Stadtverwaltung gefragt, um die Situation an der Kreuzung in Hinblick auf die Erweiterung des Industriegebiets Süd zu verbessern, und ob eventuell eine Ampel als Zwischenlösung möglich wäre. Kubiaks Antwort: Die Polizeidirektion habe „keine erkennbaren Schwierigkeiten“ an diesem Knotenpunkt festgestellt; in der Unfallstatistik sei die Kreuzung „unauffällig“.

Die Enttäuschung bei den Beiratsmitgliedern, aber auch manchem Zuhörer, war unübersehbar: „Dass kein Gedanke daran verschwendet wird, die Situation mit einer Ampel zu entschärfen, ist wirklich kurzfristig. Da ballt sich die Faust in meiner Tasche“, sagte Matthée. Alexandra Mallon („das lassen wir uns nicht gefallen“) sprach für alle, als sie spontan auf einen Ortstermin drängte – im Januar, möglichst mit allen wichtigen Vertretern der Kommunalpolitik und der Verwaltung und zu einem Zeitpunkt, an dem deutlich wird, wie knifflig die Verkehrssituation an diesem neuralgischen Punkt ist.

Für verdutzte Gesichter sorgte die veränderte Radwegregelung an der Segeberger Straße zwischen Kummerfelder und Kampstraße. Dort war bisher auf beiden Seiten ein Radweg – und ist er auch jetzt noch. Doch stadteinwärts ist Radfahren jetzt auf der linken Straßenseite untersagt. Allerdings benutzen seit Jahren Radfahrer beide Seiten – sowohl stadtein- als auch auswärts.

„Das war hochproblematisch, das ist mit Unfallrisiken behaftet“, sagte Jens Dittebrandt, Leiter der Abteilung Straßenverkehrsangelegenheiten der Stadt, der extra gekommen war, um die Neuregelung und das Abmontieren von Schildern zu verkünden. „Das kann die Stadt nur aus rechtlichen Gründen gemacht haben. Denn ich glaube nicht, dass sich die Radfahrer jetzt anders verhalten“, meinte ein Beiratsmitglied augenzwinkernd.

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