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Kreis Rendsburg-Eckernförde beschließt höhere Müllgebühren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2014 | 15:21 Uhr

Die meisten Kunden der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises (AWR) kommen um die „Gebührenerhöhung durch die Hintertür“ nicht herum: Der Umwelt- und Bauausschuss hat gestern nur eine geringe Änderung des AWR-Vorschlages beschlossen, die Grundpauschale für den Restabfall um 2,50 Euro zu erhöhen. Demnach wird der Betrag für Kunden ohne Biotonne lediglich um die Hälfte angehoben. Das sind 1,25 Euro monatlich. Das betrifft alle Kunden der Umlandgemeinden von Neumünster im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Mit diesem Vorschlag wolle die AWR den Kunden entgegenkommen, die auf ihrem Grundstück selbst kompostieren und einen Aufwand für die Befreiung von der Biotonne hatten, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jörg Lüth zur Begründung vor dem Ausschuss. „Wir wollen das Eigenkompostieren nicht verdrängen, sondern fördern“, sagte er. Dass diese Kunden aber immer noch die Hälfte des ursprünglich vorgesehenen Betrags zahlen müssen, begründete er mit der Leistung, die die AWR durch die Abholung im gesamten Kreis vorhalte. Laut Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt sind derzeit 1873 Befreiungsanträge genehmigt worden, rund 400 befinden sich noch in der Prüfung.

Für die meisten der 86 500 Grundstücke im Kreis gilt also die Gebührenkalkulation, die in den vergangenen Tagen bereits stark in der Kritik stand: Sobald die Pflicht zur Biotonne ab 1. Januar 2015 in Kraft tritt, fällt die Gebühr pro braunem Behälter von 2,50 Euro zwar weg, doch die monatliche Grundpauschale wird um den gleichen Betrag von 3,40 Euro auf 5,90 Euro angehoben (wir berichteten). Das entspricht 30 Euro jährlich – einem Anstieg von 73,5 Prozent. Die Ausschussmitglieder stimmten dem Vorschlag mit einer Gegenstimme zu.

Die Kritik vieler Kunden an der Gebührenanpassung war aufgekommen, weil im Zusammenhang mit der Pflicht zur Biotonne nicht von einer Erhöhung die Rede war. Seit klar ist, dass die Biotonne zur Pflicht wird, sind rund 40 000 Grundstücke damit ausgestattet worden. Davor hatte nur etwa jedes zweite Grundstück einen der braunen Behälter.

„Eine völlige Gerechtigkeit ist nicht möglich“, sagte der Ausschussvorsitzende Reimer Tank (CDU). Er hielt den Vorschlag der AWR für annehmbar. Hans-Jörg Lüth warb weiterhin für die Tonne: „Wir haben die Gebühren seit 1997 nicht erhöht – es sind die günstigsten landesweit.“ Jetzt sei mit der Biotonne eine neue Leistung vorhanden, deren Kosten umgelegt werden müssten.

Ralph Hohenschurz-Schmidt verwies darauf, dass die Haushalte durch die Mülltrennung Geld sparen können. Je mehr in der Biotonne lande, desto weniger Restmüll falle an. Zudem sei die Trennung und einzelne Verwertung im Sinne der Ressourcenschonung geboten. „Jetzt können wir mit dem Gas aus der Verwertung des Bioguts 4000 Haushalte mit Strom versorgen. Wenn die Biotonne Pflicht ist, könnten es sogar 6000 werden.“

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