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Holsteinischer Courier

21. August 2017 | 07:10 Uhr

Bönebüttel : Kreis fordert mehr Abstand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bönebütteler Windkraftpläne könnten umgestoßen werden. Discounter zeigt Interesse an der Gemeinde

Bönebüttel | Neue Probleme für den in Bönebüttel geplanten Windpark: Die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Plön fordert einen größeren Abstand zum Wald Hölle. Dann aber fänden weniger Anlagen auf dem Gelände Platz, was die Wirtschaftlichkeit des Projekts gefährdete.

Bislang sieht die Bönebütteler Windkraftplanung einen Abstand von 200 Metern für die sechs Windräder zur angrenzenden Waldfläche namens Hölle vor. Der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) aus dem Kreis Plön ist das zu wenig. Nach der Beschlussfassung über den Flächennutzungsplan und dessen Auslegung hat die UNB in ihrer Stellungnahme einen Abstand von 500 Metern gefordert. „Das kann man nicht einfach vom Tisch wischen und wegdiskutieren“, meinte Bönebüttels Bürgermeister Udo Runow am Montag während der Sitzung der Gemeindevertretung. „Für die Standortplanung würde der Abstand eine Reduzierung der Anlagen von sechs auf drei bedeuten“, erklärte Norbert Jeß vom Bornhöveder Planungsbüro Czierlinski.

Die Empfehlung des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) zur Berücksichtigung tierökologischer Belange bei Windenergieanlagen in Schleswig-Holstein sieht für Abstände zu Waldflächen mit über 10 Hektar Fläche und mit einer in der Empfehlung näher beschriebenen hohen Bedeutung für Fledermäuse einen Abstand von 500 Metern vor. Hierauf beruft sich die Stellungnahme der Plöner Kreisbehörde. Kann für Wälder unter 10 Hektar Größe nur eine geringere Bedeutung des Waldes für Fledermäuse nachgewiesen werden, so ist der Abstand bis auf 200 Meter verringerbar, heißt es. „Das muss in einem Gespräch mit der Behörde und dem Ministerium geklärt werden“, meinte Udo Runow.

Gemeindevertreterin Birgit Wriedt (UWG) bemängelte außerdem noch einmal die aus ihrer Sicht zu kurz gekommene Erfassung des Storchenschutzes. Die Bönebütteler Jungstörche seien an dem Planungsstandort regelmäßig über mehrere Wochen bei ihren Übungsflügen zu beobachten. Der Untersuchungszeitraum sei hier zu kurz gefasst gewesen. Das werde in dem vom Windkraftanlagenbetreiber Prokon beauftragten Gutachten nicht ausreichend berücksichtigt. Bedenken hat auch der Naturschutzbund (Nabu) Neumünster angemeldet. Der Nabu betreibt im Waldgebiet Hölle seit mehreren Jahren ein Fledermausschutzprojekt (Infos: www.nabu-neumünster.de). Hier kommen Arten wie der Große Abendsegler (Überwinterung) die Rauhhautfledermaus (Status: gefährdet), das Braune Langohr, die Mückenfledermaus und die stark gefährdete Bechsteinfledermaus vor. Wie Gutachter und Diplom-Biologe Olaf Grell sagte, sei das Planungsgebiet aus Artenschutzsicht durchaus nicht ganz unproblematisch. Allgemein reiche der mit 20 Tagen und in Bönebüttel mit 22 Tagen erfolgte Beobachtungszeitraum aus. Für den Schutz betroffener Arten wie den großen Abendsegler und die Rauhhautfledermaus gebe es heute technische Lösungen. Durch Erfassungen während des Betriebes der Windkraftanlagen werden heute die Flug- und Jagdzeiten der Fledermäuse in den Anlagebereichen ermittelt und die Anlagen entsprechend abgeschaltet. Auch nach dem Mähen von Grünland stehen die Anlagen fünf Tage still, erklärte Grell. Dadurch sollen Vögel, die auf den frisch gemähten Flächen Nahrung suchen, geschützt werden.

Außerdem berieten Bönebüttels Ortspolitiker in nichtöffentlicher Sitzung über die mögliche Ansiedelung eines neuen Lebensmittelversorgers in der Gemeinde. Wie Udo Runow mitteilte, hat der Discounter Norma Interesse angemeldet, sich in Bönebüttel niederzulassen. „Wir würden uns freuen und das begrüßen“, sagte Runow, nachdem die Gemeindevertretung das Anliegen befürwortet hatte.

Außerdem gibt es am 20. November die Strauchabfuhr des Kreises. Strauchgut sollte daher gebündelt am 19. November bereitgelegt werden. Am 29. November wird am Sportlerheim von 13 bis 16.30 Uhr ein Container für die kostenlose Abgabe von Gartenabfällen aufgestellt.


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