Schulprojekt : Kreative Werbung für „Freizeitpaten“

Das Logo und das Plakat der „Freizeitpaten“ der Brücke  präsentieren hier Cara Sohnius (16, links) und Leny Fay Runge (17).
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Das Logo und das Plakat der „Freizeitpaten“ der Brücke präsentieren hier Cara Sohnius (16, links) und Leny Fay Runge (17).

Eine Theodor-Litt-Klasse entwarf Faltblätter und Plakate und setzt sich für psychisch Kranke ein. Die gaben den Schülern persönliche Einblicke

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10. Februar 2014, 06:30 Uhr

Zwei Hände, deren kleine Finger sich „guten Tag“ sagen: Dieses Logo schmückt ein neues Faltblatt für das Projekt „Freizeitpaten“ der Brücke Neumünster. Ausgedacht hat sich das die Kommunikation-Medien-Klasse der Theodor-Litt-Schule. Das Faltblatt, ein Film und Plakate sind das Ergebnis eines dreimonatigen Projekts, bei dem 21 Schülerinnen im Alter von 16 bis 19 Jahren das Ziel hatten, die Öffentlichkeitsarbeit für die Paten zu unterstützen.

Um psychisch kranke Menschen stärker in das gesellschaftliche Leben zu integrieren, gibt es Freizeitpaten. Jeder kann ein solcher Pate werden; Pate und „Patenmensch“ treffen sich zu gemeinsamen Freizeitunternehmungen. Das können ein Theaterbesuch, Sport, Spaziergänge durch den Tierpark oder auf Wanderwegen oder einfach nur ein Klönschnack mit Kaffee sein.

Um sich besser in die Arbeit der Brücke einzufühlen, besuchte die Klasse Einrichtungen der Brücke, lernte psychiatrie-erfahrene Menschen kennen und traf sich mit zwei Betroffenen. Eine Frau mit Depressionen und ein Drogen- und Spielsüchtiger gaben ihnen persönliche Einblicke von ihrem Leben und dem Einfluss ihrer Krankheiten. „Das ging einem schon nahe. Das Thema ist nicht neu für uns gewesen, aber noch nie waren wir dem so nahe“, sagt Cara Sohnius (16). Sie und ihre Mitschülerinnen waren nachdenklich und haben auch ein wenig umgedacht: „Es ist ein Klischee, dass man das von außen sieht, wenn jemand psychisch krank ist. Rein theoretisch könnte es jeder sein.“

Die Klasse teilte sich auf, erarbeitete den Text für das Faltblatt, ersann das Logo, drehte einen Film, machte Bilder. „Wir haben gemerkt, dass der Ausdruck ,psychisch krank’ negativ belegt ist und haben versucht, positiv zu formulieren. Es geht um die gemeinsame Freizeitgestaltung, davon haben beide Seiten etwas“, sagt Cara Sohnius. Der Slogan „Anders sein – für Dich kein Problem? Dann werde Freizeitpate“ soll Mut machen. Zurzeit gebe es zwei Paten, aber etwa 25 Interessierte, sagte Kathrin Wulff, Leiterin des Ambulanten Dienstes der Brücke. Um Menschen dafür zu interessieren, werden die Faltblätter und Plakate in Supermärkten, bei Ärzten, an Schulen oder in Kirchen verteilt. Weitere Informationen: Kathrin Wulff, Tel. 4 77 70, E-Mail: kwulff@bruecke-ggmbh.de.

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