Gesundheitsausschuss : Krankenstand bleibt hoch

Urte Kringel (Pro Familia, links) und Nicol Barabas informierten im Sozial- und Gesundheitsausschuss über die Problematik bei der Finanzierung von Verhütungsmitteln für Arbeitslosengeld II-Empfänger.
Urte Kringel (Pro Familia, links) und Nicol Barabas informierten im Sozial- und Gesundheitsausschuss über die Problematik bei der Finanzierung von Verhütungsmitteln für Arbeitslosengeld II-Empfänger.

Die Gesundheitsmanagerin der Stadt berichtete. Stadt soll Verhütungskosten für Bedürftige übernehmen.

shz.de von
08. Mai 2015, 07:30 Uhr

Neumünster | Der hohe Krankenstand im Rathaus wird noch deutlich länger anhalten. „Ich gehe nicht von einer kurzfristigen Senkung der Fehltage aus“, erklärte die neue Gesundheitsmanagerin der Stadt, Josefin Blumki, am Mittwochabend im Sozial- und Gesundheitsausschuss. Viele Mitarbeiter sind über Monate, einige schon seit über einem Jahr krankgeschrieben (der Courier berichtete). „Die Hauptursachen sind Atemwegserkrankungen und Rückbeschwerden“, erklärte Blumki.

Diese Hauptdiagnosen sollen jetzt weiter untersucht werden. Erste Maßnahmen, wie zum Beispiel Ergonomie am Arbeitsplatz sowie auch ein Pilotprojekt mit Terraband-Übungen während der Arbeitszeit, kämen bei den Mitarbeitern gut an, sagte Blumki.

Auf der Tagesordnung standen zudem eine Reihe von Berichten. Auf die nach einer Gesetzesänderung besondere Problematik bei der Unterstützung von bedürftigen Menschen mit kostenfreien Verhütungsmitteln machten Urte Kringel von Pro Familia und Nicol Barabas vom Sozialdienst katholischer Frauen aufmerksam. Die zuständigen Jobcenter lehnten eine Kostenübernahme über die Regelsatzstufen für die Gesundheitspflege beim Arbeitslosengeld II hinaus ab, erklärten die Frauen. Die Pille jedoch schlage vierteljährlich zum Beispiel mit Kosten in Höhe von 30 bis 60 Euro zu Buche. „Damit stellt sich die Frage, wie betroffene Frauen ein für sie geeignetes Verhütungsmittel finanzieren sollen“, so Kringel. Infolge des Verzichts auf Verhütung komme es deshalb zu einer erhöhten Zahl ungewollter Schwangerschaften, die nicht selten mit einem Abbruch endeten, prognostizierte sie. Mit dieser Information an die Gremien der Stadt wolle man erreichen, dass die Politik eine Möglichkeit schafft, diese Menschen bei Familienplanung zu unterstützen und im Rahmen einer freiwilligen Leistung die Kosten für ein geeignetes Verhütungsmittel auf Antrag übernommen werden können. Grundsätzlich stieß dieses Anliegen im Ausschuss auf positive Resonanz. Die Verwaltung wurde beauftragt, eine entsprechende Vorlage zu erarbeiten.

Zur Kenntnis nahm der Ausschuss außerdem den Bericht von Susanne Fricke (Fachdienst Soziale Hilfen) zur Entwicklung der Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderungen. Demnach habe es in Neumünster im Jahr 2013 rund 1300 Leistungsbezügler gegeben. Damit stehe die Stadt mit Ausgaben in Höhe von rund 20 Millionen Euro an dritter Stelle der kreisfreien Städte. Nach der Vorstellung des Stadtentwicklungsberichtes „ISEK Neumünster 2020“ durch Bernd Heilmann (Fachdienstleiter Stadtplanung) formulierte der Ausschuss, dass das Thema der Inklusion in diesem noch mehr Raum finden müsse.


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