Krankenpflegeverein: Der Weg ist frei für die gemeinnützige Gesellschaft

Magret Kaschner ist die KPV-Chefin.
Magret Kaschner ist die KPV-Chefin.

shz.de von
30. Juli 2015, 14:25 Uhr

Die Mitgliederversammlung des Krankenpflegevereins (KPV) Aukrug hat den Weg frei gemacht für die Gründung einer gemeinnützigen GmbH (gGmbH). „Der Grund für diese gravierende Änderung ist, dass wir dank unserer fleißigen Mitarbeiterinnen seit vielen Jahren so erfolgreich gewirtschaftet haben, dass wir aufgrund dieser Situation nun kein ideeller Verein mehr bleiben dürfen“, erläuterte die 1. Vorsitzende Magret Kaschner zum Auftakt der außerordentlichen Mitgliederversammlung.

„Wir sind zu groß geworden, um weiterhin ein ideeller Verein bleiben zu können“, ergänzte der stellvertretende Vorsitzende Michael Hollerbuhl. Ein „Idealverein“ ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch ein Verein, der nicht auf die Erzielung von Gewinn ausgerichtet ist und stattdessen ideelle Zwecke verfolgt. Als Vereinszweck hat sich der vor 30 Jahren gegründete KPV Aukrug zur „Betreuung kranker, hilfs- oder pflegebedürftiger Menschen“ verpflichtet – und bei seiner Arbeit verfolgt der KPV ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige mildtätige Wohlfahrtszwecke im Sinne der Abgabenordnung. Aufgrund der gesunden wirtschaftlichen Situation sowie der geplanten Einrichtung einer Tagespflege droht dem KPV nun aber die Aberkennung des Idealverein-Status’. Als Ausweg soll nun das wesentliche KPV-Vermögen auf eine neu zu gründende gGmbH übertragen werden. Der KPV wäre dann einziger Gesellschafter der neuen gGmbH. Diese Lösung haben die Gemeinderäte aller im KPV vertretenen Kommunen (Aukrug, Wasbek, Padenstedt, Ehndorf und Arpsdorf) bereits jeweils einstimmig gebilligt. „Die Gemeinden bleiben die Träger unserer Institution“, erklärte Hollerbuhl. Im Aufsichtsrat der neuen gGmbH sollen die Gemeinden wie bisher auch in der Mitgliederversammlung je eine Stimme pro 1000 Einwohner erhalten, also Aukrug vier Stimmen, Wasbek drei, Padenstedt zwei und Ehndorf und Arpsdorf je eine.

Für die 25 festangestellten und zehn geringfügig beschäftigten Mitarbeiterinnen ändere sich „überhaupt nichts“ wandte sich Hollerbuhl an Teamleiterin Kirsten Witt und deren Stellvertreterinnen: „Sie werden 1:1 übernommen.“ „Auch unser Logo bleibt unverändert“, vermerkte Magret Kaschner. Die Mitgliederversammlung beschloss einstimmig, dass der KPV-Vorstand die nötige Gründung einer gGmbH in Angriff nehmen soll. Diese Gründung soll Hollerbuhl zufolge „Mitte nächsten Jahres“ erfolgen.

Magret Kaschner berichtete vom Stand der Bauarbeiten, in deren Zuge die ehemaligen KPV-Räumlichkeiten im Amtsgebäudekomplex zu einer Tagespflegeeinrichtung umgewandelt werden. Für den 12. September ist eine Einweihungsfeier mit geladenen Gästen geplant, am 15. September soll die neue Tagespflege den Betrieb aufnehmen, und am 26. September (10 bis16 Uhr) soll dann ein „Tag der offenen Tür“ für die ganze Bevölkerung stattfinden.  




zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen