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Holsteinischer Courier

18. August 2017 | 22:55 Uhr

Stadtwerke : Kran schwebte durchs Cabrio-Dach

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vorbereitungen für den Einbau einer neuen Kraftwerksturbine liegen im Zeitplan. Der Ausbau des Fernwärmenetzes dauert zehn Jahre

Mit schwerem Gerät gingen gestern die Bauarbeiten im Heizkraftwerk der Stadtwerke an der Bismarckstraße in die nächste Runde. Ein großer Teleskopkran mit 160 Tonnen Tragkraft bugsierte in gut 25 Metern Höhe eine acht Tonnen schwere Kranbrücke durch das geöffnete Dach in die Turbinenhalle.

„Das ist unser Cabrio-Dach“, sagte Kraftwerksleiter Reenhard Gerdes zur Spezialkonstruktion, die sich wie ein Autoverdeck auf- und zuziehen lässt. Die bei der Firma Kröger Kranbau am Ilsahl gebaute Kranbrücke mit einer sogenannten Laufkatze wird später für die Revision der neuen Turbine eingesetzt und leistet auch während der Bauarbeiten wertvolle Hilfestellung. Der Brückenkran überspannt zwölf Meter Hallenbreite, hat eine Bahnlänge von 24 Metern und kann 20 Tonnen tragen.

„Die Vorbereitungen für den Einbau der Turbine 6 sind damit voll im Zeitplan“, sagte Gerdes. Zuvor war der 35 Jahre alte Kohlekessel 1 abgerissen worden, um Platz für die neue Technik zu machen. Möglich macht den Verzicht auf den Kohlekessel die Thermische Ersatzbrennstoffverwertungsanlage (TEV), die künftig die Energie zum Antrieb der Turbine liefern soll. „Die neue Turbine wird das Herzstück für die künftige Heizwärmeerzeugung“, sagte Gerdes. Das System werde durch die Umstellung von Ferndampf auf Heizwasser sehr viel effektiver. Gerdes bezifferte die Steigerung des Wirkungsgrads durch weniger Temperatur- und Kondensatverluste auf zehn Prozent. Bis es soweit ist, wird es allerdings noch etwas dauern. Die neue Turbine geht frühestens im Winter 2014/2015 in Betrieb. „Die Baustellen beim Netzausbau werden uns noch zehn Jahre lang begleiten. Da müssen wir durch“, sagte Gerdes.

Der Bauplan sieht als nächste Schritte den Aufbau des Kondensators im Dezember vor. Eine „Riesenaktion“ wird laut Gerdes im Januar dann der Einbau des Fundaments für die im Februar gelieferte Turbine. Das Fundament besteht aus einer rund 80 Tonnen schweren Stahlplatte, die ebenfalls mit Hilfe eines Krans durch das Dach an Ort und Stelle gehievt werden muss.

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erstellt am 23.Okt.2013 | 08:00 Uhr

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