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Holsteinischer Courier

22. Oktober 2017 | 19:40 Uhr

Kraftwerk für den Hausgebrauch

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadtwerke fördern Einbau von Mikro-Blockheizkraftwerken / Haushalte können ihren eigenen Strom und Wärme selbst produzieren

von
erstellt am 16.Sep.2013 | 00:33 Uhr

Die Stadtwerke fördern künftig in ihrem regionalen Versorgungsgebiet die Installation von Mini- oder Mikro-Blockheizkraftwerken (BHKW) mit 1500 Euro. Informationen dazu gibt es am Nordbau-Stand der SWN in Halle 1.

SWN-Erdgaskunden können damit künftig im Kleinen das machen, was die Stadtwerke im großen Stil mit ihrer TEV machen: Wärme und Strom selbst erzeugen. Man nennt das Kraft-Wärme-Kopplung, denn in einem BHKW wird mit dem Erdgas nicht nur Warmwasser für Bad und Heizung erzeugt, sondern auch ein Motor angetrieben, der Strom produziert. Der Strom kann selbst verbraucht oder ins Netz eingespeist, also verkauft werden.

„Der Ausbau des Fernwärmenetzes in Neumünster hat Priorität, und das ist volkswirtschaftlich und für den Klimaschutz am sinnvollsten“, sagt SWN-Experte Volker Frahm. Gleichwohl verschließen sich die Stadtwerke nicht dem Trend zur dezentralen Energieversorgung mit Mini-BHKW. Die Stadtwerke haben sich für das Projekt den Hersteller Vaillant und das regionale Handwerk als Partner mit ins Boot geholt.

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass sich das Gebäude im Gasgrundversorgungsgebiet der Stadtwerke befindet und sich der Kunde verpflichtet, fünf Jahre lang das Gas für das BHKW von den SWN zu beziehen. Das Gerät muss von Vaillant stammen und von einem Installateurbetrieb eingebaut werden, der der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Neumünster angehört.

Das hört sich alles prima an. Alle gewinnen: Die Stadtwerke als regionaler Versorger, das heimische Handwerk und der Kunde. Allerdings bleibt das Ganze ein Rechenexempel. Auch wenn die Energiepreise weiter steigen und ein BHKW (nach Abzug der Gaskosten) sogar Erlöse von 500 bis 800 Euro im Jahr einspielt, ist diese Investition nicht ganz billig. Ein solches Mikro-BHKW mit einer Leistung von einem Kilowatt für ein Ein- oder Zweifamilienhaus kostet nämlich in der Anschaffung erstmal richtig Geld – 20 000 bis 30 000 Euro. Eine herkömmliche Gasbrennwertanlage schlägt nur mit 6000 bis 8000 Euro zu Buche. Da muss schon mit spitzem Bleistift gerechnet werde, ob mit dem Stromverkauf der höhere Kapitaldienst zu leisten ist. Anders sieht die Rechnung bei den größeren Mini-BHKW (15 bis 50 Kilowatt) aus. In dieser Größenordnung sind die Betreiber, etwa größere Mehrfamilienhaus-Einheiten, Heime oder Hotels ganz klar Gewinner.

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