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Führung : Kräuterexpedition durch den Tierpark

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Natur- und Landschaftsführerin Regine Kracht informierte über Frühblüher. Viele Kräuter helfen bei gesundheitlichen Problemen.

Neumünster | Unter der Leitung von Regine Kracht (56) unternahmen gestern Morgen 15 Naturinteressierte einen höchst informativen Spaziergang durch den Tierpark. Denn zum Thema „Frühblüher“ hatte die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin, die im Naturpark Aukrug arbeitet, eine Menge zu erzählen.

„Krokusse, Buschwindröschen, Wildtulpen und Lerchensporn haben nur in der kurzen Zeit zwischen dem Winterende und der Laubphase eine Chance zu blühen. Denn um sich zu entwickeln, brauchen sie die wärmende Kraft der Sonnenstrahlen, die direkt den Boden erreichen“, erklärte die Fachfrau.

Ebenfalls interessant zu wissen: Gezüchtete Frühjahrsblumen mit gefüllten Blumenkelchen bieten keine Nahrung für die jetzt im Auswachen begriffenen Erdhummeln und Wildbienen. „Diesen Blumen fehlt es an Blütenstaub und Nektar. Sie sehen zwar schön aus, aber sie bieten den Tieren keine Möglichkeit, die nach der Überwinterung dringend benötigte Energie zu tanken“, erläuterte Regine Kracht. „Wer den Insekten in seinem Garten oder auf dem Balkon etwas Gutes tun möchte, der pflanzt die einfachen Sorten der Glockenblume oder das Löwenmaul. Aber auch die Kapuzinerkresse und der Eibisch gehören hier mit auf die Bestenliste“, lautete ihr Profitipp.

Nicht nur für die Tiere, sondern – wie viele andere Wildkräuter auch – gilt das Brennnesselkraut seit jeher für die menschliche Ernährung als besonders gesund. Begründet ist das im hohem Vitamin-C-Gehalt der Pflanze. „Aber auch bei Blasenproblemen ist die positive Wirkung seit dem Mittelalter bekannt. Die Samen lassen sich außerdem als Vitalitätstonikum und gegen Haarausfall einsetzen. Und in einer kleinen Manufaktur in Lüneburg wird sogar noch feinster, besonders für Allergiker geeigneter Brennnesselstoff hergestellt“, wusste die Kräuterkundlerin zu berichten.

Und dass das pieksige Kraut, das in der Nachkriegszeit auch als Ersatz für Spinat diente, zudem auch in der modernen Kräuter-Küche köstlich schmecken kann, bewies Regina Kracht mit einem frischen, selbst gemachten Brennnessel-Pesto, das nach der Verkostung von allen Teilnehmern hochgelobt wurde.

„Es ist immer wieder interessant, sich diesen Führungen anzuschließen. Denn man erfährt jedes Mal etwas Neues“, erklärte am Ende auch Besucher Helmut Kraus (78), der zu den regelmäßigen Teilnehmern an den Führungen im Tierpark gehört.

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