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Holsteinischer Courier

17. August 2017 | 21:42 Uhr

Gartenstadt : Krähenjagd bislang ohne Erfolg

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Auch nach zwei Wochen ist die Krähe nicht in die Falle gegangen. Die Kita-Kinder sind derweil im Kinderferiendorf

Neumünster | Krähen können mitunter nicht nur lästig sein, sondern sind meist auch recht schlau. Das bekommt derzeit auch die Stadt zu spüren. Seit 14 Tagen versuchen Fachleute im Auftrag der Ordnungsbehörde, die Saat- oder Rabenkrähe zu fassen, die am Dienstag vor zwei Wochen in der Kita Schubertstraße ein fünfjähriges Mädchen attackiert hatte – bislang ohne Erfolg. Die in der Nähe des Tatorts aufgestellte Lebendfalle blieb bislang leer, bedauerte gestern Stadtsprecher Stephan Beitz.

„Wir haben die Hoffnung aber noch nicht aufgegeben“, sagte Beitz, zumal sich die Situation derzeit etwas entspannt habe: Um die Kita-Kinder zu schützen, hatte die Stadt unmittelbar nach dem Vorfall angeordnet, die Kinder bis auf weiteres nicht mehr im Freien spielen zu lassen. Um dem „Hausarrest“ auszuweichen, sind die Kinder für diese und nächste ins Kinderferiendorf im Stadtwald umgezogen.

Der Vogel hatte sich bei dem Vorfall auf den Kopf des Mädchens gesetzt, als es mit anderen Kindern im Garten der Kita spielte. Dabei verfing er sich offenbar in den Haaren und pickte auf den Kopf des Kindes ein. Die Fünfjährige zog sich dabei eine blutende Wunde zu (der Courier berichtete). Fachleute gehen davon aus, dass es sich bei dem Vogel um eine Handaufzucht handeln muss, der die natürliche Scheu vor dem Menschen abtrainiert worden ist.

Eine zunächst auf dem Kita-Gelände installierte Fotofalle ist inzwischen wieder demontiert worden. Sie sollte Aufschluss geben, ob es sich bei dem zahmen „Täter“ um eine Saat- (heller Schnabel) oder Rabenkrähe (völlig schwarz) handelt. Die Vogelart entscheidet darüber, ob Naturschutz- oder Jagdbehörde für die Ausnahmegenehmigung zur Jagd auf den Vogel zuständig ist. Den Streit darüber hat die Stadt inzwischen umschifft: Die Sache werde jetzt im Zuge der Gefahrenabwehr von der Ordnungsbehörde verfolgt, erklärte Stadtsprecher Stephan Beitz.

Wo der Vogel bleibt, falls er gefangen werden sollte, ist nach den Angaben von Beitz noch nicht entschieden. Voraussichtlich dürfte er zunächst in der Tierauffangstelle an der Geerdtsstraße ein Asyl finden.

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