Gross Kummerfeld : Kradfahrer flüchtet und rast in Mauer

Die Besitzerin des Hauses wurde vor Ort wegen einer Rauchvergiftung behandelt.

52-jähriger Neumünsteraner lieferte sich mit der Polizei eine filmreife Verfolgungsjagd über die B 205 . In Willingrade raste er noch in eine Garage

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09. Juli 2015, 06:00 Uhr

Gross Kummerfeld | Gestern endete die Flucht eines Motorradfahrers vor der Polizei mit einem Verkehrsunfall in Willingrade. Der Mann war mittags mit Tempo 200 auf der B 205 unterwegs gewesen und raste schließlich in eine Mauer.

Gegen 11.40 Uhr begann die Flucht des Motorradfahrers im Bereich der B  205 in Fahrtrichtung Neumünster. Zuvor war die Suzuki einer Videowagenbesatzung des Polizei-Autobahn- und Bezirksreviers Bad Segeberg auf der A 21 aufgefallen. Der Motorradfahrer fuhr über die Abfahrt Wahlstedt mit Tempo 120 auf die B 205, obwohl im Bereich dieser Abfahrt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer gilt. Auf der Brücke überholte der Motoradfahrer dabei noch einen Pkw, obwohl diese nur einspurig ist. Anschließend wurde die zulässige Geschwindigkeit von 70 weiter erheblich überschritten, und im Bereich vom Parkplatz Negernbötel überholte der Motorradfahrer trotz Überholverbot und Gegenverkehr. Im Bereich der B 205 überholte der Motorradfahrer mehrfach weiter trotz Gegenverkehrs. Die gefahrene Geschwindigkeit lag in Teilstrecken bei mehr als 200 Stundenkilometern. Der Versuch misslang, den Motorradfahrer mithilfe von Blaulicht, Martinshorn und Haltsignalen zum Halten bringen. Stattdessen versuchte er zu fliehen. Im Bereich Rickling bog er auf die K 114 ab und flüchtete mit über 200 Sachen in einem Abschnitt, in dem nur Tempo 70 erlaubt ist, in Richtung Neumünster. Kurz vor Willingrade hatten die Polizisten den rasenden Motorradfahrer bereits aus den Augen verloren, als wenige Minuten später über Funk durch die Einsatzleitstelle mitgeteilt wurde, dass es im Bereich der Dorfstraße in Willingrade soeben zu einem Verkehrsunfall mit einem Motorradfahrer gekommen sei.

Wie sich herausstellte, handelte es sich bei dem Verunfallten um den flüchtigen Motorradfahrer. Der war mit hoher Geschwindigkeit über einen unübersichtlichen Einmündungsbereich gefahren und anschließend trotz Vollbremsung geradeaus zunächst gegen eine Steinmauer geprallt, bevor er in ein geschlossenes Garagentor eines Einfamilienhauses raste.

Der 52-jährige Motorradfahrer aus Neumünster wurde vor Ort durch Anwohner erstversorgt und anschließend mit mittelschweren Verletzungen mit dem Rettungswagen ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster gebracht.

Das Motorrad und das Garagentor haben nur noch Schrottwert. Auch die Schutzbekleidung und der Helm sind nicht mehr zu gebrauchen. Den Neumünsteraner erwartet jetzt eine Strafanzeige wegen Straßenverkehrsgefährdung.

Der Drehzahlmesser blieb bei über 13 000 Umdrehungen stehen. Die Maschine hat eine zugelassene Höchstgeschwindigkeit von 285 Stundenkilomtern und über 170 PS. 


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