zur Navigation springen

Lautstarker Protest : Krach gegen Gewalt an Frauen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mit Sambatrommeln und einem gellenden Trillerpfeifenkonzert protestierten gestern Frauen am Rathaus gegen häusliche Gewalt.

von
erstellt am 26.Nov.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | Mit Sambatrommeln und einem gellenden Trillerpfeifenkonzert machten gestern Frauen, aber auch Männer und Kinder am Rathaus Krach gegen Gewalt. Aufgerufen zu der lautstarken Kundgebung hatte das Autonome Frauenhaus. Der 25. November ist der internationale Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“.

„Das ist ein starkes Signal, nein zu sagen zu Gewalt gegen Frauen, zu Prostitution und Zwangsheirat“, sagte Sozialministerin Kristin Alheit. Nach einer Studie haben 22 Prozent aller Frauen bereits sexualisierte Gewalt erfahren. „Das ist ein Skandal, wir müssen ein lautes Zeichen setzen“, sagte sie.

Am Vormittag hatten Neumünsters Gleichstellungsbeauftragte Michaela Zöllner, Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek und die Bäckereien Tackmann, Heimann in der Justizvollzugsanstalt, De Buurn Bäcker Sachau, Wriedt & Zelle und Andresen mit der Aktion „Schaut hin! Gewalt kommt nicht in die Tüte“ auf die landesweite Aktionswoche aufmerksam gemacht. Sie verteilten 600 Brötchen an die Wochenmarktbesucher. Auf den Brötchentüten abgedruckt ist die bundesweite Nummer des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“. Der Notruf ist rund um die Uhr erreichbar. Allein in Neumünster sollen bis Freitag rund 30 000 dieser Tüten ausgegeben werden.

„Das Thema Gewalt gegen Frauen geht uns alle an – auch in Neumünster“, sagte Michaela Zöllner. Es könne hier keine Unbeteiligten geben. Michaela Zöllner: „Es ist eine Frage der universellen Menschenrechte und der Menschenwürde.“ Seit zwölf Jahren gibt es in Neumünster das Netzwerk Kik bei häuslicher Gewalt, berichtete Gudrun Seehawer vom Notruf Frauen gegen Gewalt. Im Netzwerk arbeiten das Frauenhaus, aber auch Polizei, Staatsanwaltschaft, Gerichtshilfe, Allgemeiner Sozialer Dienst, der Kinderschutzbund und die Täterberatung eng zusammen. „Das Ziel ist es, nicht nur den Opfern, sondern auch gewalttätigen Menschen und den Kindern zu helfen“, sagte Gudrun Seehawer.

In diesem Jahr fanden schon 104 Frauen und 98 Kinder Aufnahme im Frauenhaus, das mit seinen 20 Betten oft hoffnungslos überlastet ist. Wegen Überbelegung mussten deshalb schon deutlich mehr Frauen und Kinder abgewiesen werden.

 

 

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen