Gemeinschaftsschule Brachenfeld : Konzert-Kritik: Prachtvolles Oratorium des Eltern-Lehrer-Ehemaligen-Chors

Aus zwei mach eins: Über 100 Sänger aus dem Eltern-Lehrer-Ehemaligen-Chor der Gemeinschaftsschule Brachenfeld und dem Anschar-Chor sangen am Sonntag das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.
Aus zwei mach eins: Über 100 Sänger aus dem Eltern-Lehrer-Ehemaligen-Chor der Gemeinschaftsschule Brachenfeld und dem Anschar-Chor sangen am Sonntag das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach.

Der Eltern-Lehrer-Ehemaligen-Chor der Gemeinschaftsschule Brachenfeld und der Anschar-Chor sangen Kantaten aus Bachs Weihnachtsklassike.

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12. Dezember 2017, 12:15 Uhr

Neumünster | Auch wenn der Besuch des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach für viele zu Weihnachten gehört wie Christbäume und Lebkuchen, bleibt das Werk doch etwas Besonderes. 550 Besucher ließen sich am Sonntag vom Eltern-Lehrer-Ehemaligen-Chor der Gemeinschaftsschule Brachenfeld, dem Anschar-Chor, dem professionellen Orchester Sinfonietta Lübeck und den vier Solisten Lisa Dietrich (Sopran), Nanora Büttiker (Alt), Rainer Thomsen (Tenor) und Andreas Heinemeyer (Bass) unter der Leitung von Sven Thomas Haase und Christian Schröder musikalisch auf die Weihnachtszeit einstimmen.

„Die Vorbereitungen waren in diesem Jahr ziemlich sportlich“, begrüßte Kantor Sven Thomas Haase das Publikum und verwies auf die erst drei Monate zurückliegende Aufführung der Luther-Oper in der Anscharkirche. Er freue sich deshalb sehr, mit dem Chor der Gemeinschaftsschule Brachenfeld und dessen Leiter Christian Schröder erfahrene Mitstreiter gefunden zu haben.

Auch die Orchestermusiker schienen mit Bachs Meisterwerk bestens vertraut. Das ruhige Dirigat von Sven Thomas Haase im Wechsel mit Christian Schröder führte die Musiker sicher durch das Stück.

War der Chor an der Reihe, wurden sowohl Schröder als auch Haase lebhafter. Den Einsätzen tat das gut. „Jauchzet, frohlocket“ gelang den über 100 Sängern ausnehmend gut. Der Engeljubel in „Ehre sei Gott“ führte in einen Himmel voll menschlicher Leidenschaft.

Auch wenn viele Mitglieder beider Chöre mit dem Oratorium vertraut sind, ist das noch lange kein Garant für gutes Gelingen. Bachs Werke fordern viel Aufmerksamkeit und Konzentration von den Sängern. Am Sonntag bewiesen Chöre wie Solisten beides mit Bravour. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte Rainer Thomsen als sensibler Evangelist überzeugen.

Wenn die Sopranistin Lisa Dietrich mit ihrer schlanken Stimme im Duett mit dem tollen Bassisten Andreas Heinemeyer „Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen“ sang, war der Dramatiker Bach nicht zu überhören. Altistin Nanora Büttiker verschmolz in „Schließe, mein Herze, dies selige Wunder“ mit den Klängen der Violine wie der Mensch mit dem Himmel. Mal zärtlich, mal gewaltig und immer mit Pracht präsentierten Profis wie Laien Bachs außerordentliches Werk rund um die Geburt Jesu Christi im Stall von Bethlehem, die Anbetung durch die Hirten und die drei Weisen aus dem Morgenland.

„Das Weihnachtsoratorium ist etwas ganz Besonderes“, hatte Besucher Hartmut Langer vor dem Konzert gesagt. Er sollte Recht behalten.

Das begeisterte Publikum applaudierte minutenlang.

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