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Frittenfett und Glühwein : Kontrolle auf dem Weihnachtsmarkt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Lebensmittelkontrolleure Manfred Nagel und Kai Ebersbach wachen darüber, dass Hygiene- und Kennzeichnungspflichten eingehalten werden.

Neumünster | „Hallo, wir sind von der Lebensmittelaufsicht“ – mit diesen Worten baten die Kontrolleure Manfred Nagel (64) und Kai Ebersbach (52) gestern um Zutritt zur Mutzen-Bäckerei im Weihnachtsdorf. Ebersbach maß dort die Qualität des Frittierfetts. Das Thermometer-ähnliche Gerät zeigte an: Es ist alles im grün-gelben Bereich. „Hier ist trotzdem langsam aber sicher der Wechsel fällig“, sagte Ebersbach und gab der Mutzenbäckerin Mareike Grabowski noch einen Tipp mit auf den Weg: „Die Fritteuse nicht überhitzen! Bei mehr als 175 Grad kann Acrylamid entstehen, und das ist krebserregend.“ Für die beiden Hygiene-Profis der Ordnungsbehörde war es bereits der dritte Kontrollgang seit Öffnung des Weihnachtsmarkts.

Bei drastischen Verstößen greifen die Kontrolleure auch schon mal zu drastischen Mitteln. Neben Verwarngeldern von bis zu 55 Euro werden verdorbene Fette auch direkt vor Ort unbrauchbar gemacht. „Da kommt dann schon mal ein Schwung Spüli ins Fett“, so Nagel. Bei Wiederholungstätern wird die Ordnungswidrigkeit angezeigt. Inklusive der Kosten für die Untersuchung von Proben kann das dann 500 Euro kosten.

Gestern gab es aber nichts zu beanstanden. „Wir haben mit den Schaustellern wenig Probleme. Das sind Profis, die regelmäßig – wohl bei fast jeder Veranstaltung – geprüft werden“, sagte Nagel. Neben der Untersuchung des Frittenfetts legten die Lebensmittelkontroleure ihr Augenmerk auf die korrekte Kennzeichnung. „Glühwein muss aus Wein bestehen, Frucht- und Beerenglühwein besteht aus Obst, und alles, was sich Punsch nennt, muss näher beschrieben werden, zum Beispiel als Apfelsaftpunsch“, sagte Ebersbach.

An einem Stand war dieser Lapsus nach einem Hinweis gestern schnell behoben: Der Punsch ist jetzt als „geschwefelter Frucht- und Beerenglühwein“ ausgeschildert. Der Hinweis auf eine Schwefelung und andere mögliche Allergene darf nicht fehlen. Am Glühwein, der in Neumünster ausgeschenkt wird, ist nichts zu beanstanden. „Die heute üblichen Durchlauferhitzer sorgen für hygienisch einwandfreie Verhältnisse“, so Ebersbach.

Am Stand von „Kösters Zuckerware“ ist die Auszeichnung der Inhaltsstoffe vorbildlich. Mona Köster hat nicht nur Hinweise an jeder Auslage, sondern auch ein Buch mit Angaben zu allergenen Stoffen. Ein paar Meter weiter ziehen die beiden Kontrolleure Proben von Poffertjes. Sie werden im Landeslabor an der Max-Eyth-Straße auf Allergene überprüft.

„Bislang haben unsere Kontrollen keine Auffälligkeiten ergeben. Alles ist im grünen Bereich“, sagte Manfred Nagel. Im Winter gebe es weniger Probleme. Das sieht bei der Holstenköste anders aus. Nagel: „Da haben wir schon ganze Kühlchargen in die Tonne gejagt.“

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