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Nachruf : Kommunalpolitiker und Arzt mit Leib und Seele

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Er hat viele Neumünsteraner auf die Welt gebracht. Dr. Wolf Reith ist im Alter von 75 Jahren verstorben.

von
erstellt am 25.Mär.2016 | 10:00 Uhr

Neumünster | Er war Arzt mit Leib und Seele und hat vielen Neumünsteranern beim Start ins Leben geholfen. Der Gynäkologe und langjährige Kommunalpolitiker Dr. Wolf Reith ist am Sonntag nach langer Krankheit im Alter von 75 Jahren verstorben. Er hinterlässt seine Ehefrau Juliane und zwei erwachsene Kinder.

Reith stammte aus Rheinhausen in Nordrhein-Westfalen, wo sein Vater als Braumeister bei der Rheingold-Brauerei beschäftigt war. Seine Eltern waren wohl auch die letzten, die ihren Sohn bei seinem eigentlichen Namen Wolfgang riefen; er zog immer die Kurzform Wolf vor.

Nach dem Abitur studierte Reith Medizin in Freiburg, Kiel und Münster. 1975 zog er mit seiner ersten Frau Heide gen Norden. Die Wahl fiel eher zufällig auf Neumünster, denn hier konnte er eine Arztpraxis am Haart/ Sachsenring übernehmen und war als Segler schnell auf dem Wasser. Neumünster wurde ihm zur Heimat.

Über Jahrzehnte war Reith ein geachteter Gynäkologe und auch als Belegarzt in der Scholtz-Klinik (heute Klosterklinik) aktiv. Als er nach einem leichten Schlaganfall seine Praxis abgegeben hatte und eigentlich im Ruhestand war, machte er noch viele Praxisvertretungen und manche Seereise als Schiffsarzt – sei es auf Kreuzfahrtschiffen oder auf Segelbooten bei einer Atlantik-Überquerung.

Ende der 1970er-Jahre trat Wolf Reith in den noch jungen Serviceclub Round Table ein. 1981 war er der Präsident der Neumünsteraner Tabler, 2008 dann bei den Old Tablers. In diesem Kreis fühlte er sich wohl, hier war er bis zum Schluss aktiv, sofern seine Kräfte es zuließen. Mitglied des Rotary-Clubs und der Bürgergilde war er  über Jahrzehnte.

Auch in der Kommunalpolitik war Reith aktiv, die meiste Zeit für die FDP, deren Kreisvorsitzender er 2002/2003 war. In diesem Jahr zog er in die Ratsversammlung ein. Das war seine politisch aktivste Zeit: Er führte den Protest gegen den Bau der Müllverbrennung TEV an, kämpfte für den Grünen Pfeil, gegen den Verkauf des Caspar-von-Saldern-Hauses, für die Einführung des Leitenden Notarztes, später gegen den Bau der MBA in Wittorferfeld. Dabei war Reith stets integer: Als die Auseinandersetzung um die TEV lief, legte er sein Mandat im Aufsichtsrat der Stadtwerke nieder, weil er den Interessenkonflikt sah. Herzblut steckte er in die Gründung der Malschule Neumünster, deren Förderverein er drei Jahre vorstand.

2007 trat Reith im Streit aus der FDP aus. Er wechselte zur CDU, für die er von 2008 bis 2013 noch eine Amtsperiode im Rat saß. Im Herzen ist Wolf Reith aber ein Liberaler geblieben.

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