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Holsteinischer Courier

21. Oktober 2017 | 23:55 Uhr

Bauausschuss : Kommt ein neues Einkaufszentrum?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Famila plant 5700-Quadratmeter-Markt auf dem Stock-Guss-Gelände. Die Stadt ist dagegen, der Bauausschuss will mit Investoren reden

von
erstellt am 05.Sep.2015 | 09:00 Uhr

Neumünster | In die Planungen für das ehemalige Stock-Guss-Gelände an der Rendsburger Straße kommt offenbar wieder Bewegung. Famila möchte auf einem rund 32 000 Quadratmeter großen Gelände ein neues Einkaufszentrum mit rund 5700 Quadratmetern Verkaufsfläche errichten – steht mit den Plänen aber noch vor mächtigen Hürden: Die Stadtverwaltung lehnt die Pläne als völlig überdimensioniert ab, die Politik will dennoch mit den Investoren verhandeln.

Auf Antrag von Franka Dannheiser (SPD) stoppte der Bauausschuss am Donnerstagabend zunächst einen entsprechenden Bebauungsplan, der auch das Stock-Guss-Areal mit einschließt. Er würde den geplanten Neubau des Einkaufszentrums ausschließen.

Nach ersten Plänen von Famila soll das neue Center einen 4000 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt mit angeschlossener Shop-Zone und einem Discounter (1200 Quadratmeter) sowie einen Parkplatz für rund 500 Fahrzeuge umfassen.

Aus Sicht der Stadt ist der geplante Markt – der in seiner Größenordnung damit in etwa dem Einkaufscenter am Haart  oder dem A  &B-Center gleichkommt – nicht mit dem Einzelhandelskonzept der Stadt vereinbar. Das sieht vergleichbare Märkte wie etwa den Störpark oder das A&B-Center nur an ausgewählten Sonderstandorten in den Außenbereichen vor. Der Markt würde allein aufgrund seiner schieren Größe zu bedenklichen Wettbewerbsverschärfungen führen und bestehende Lebensmittelversorger im Nahbereich – insbesondere auch in der Innenstadt – gefährden, argumentiert die Stadt und empfiehlt, die Pläne abzulehnen. Franka Dannheiser, die die Vorlage vertagen ließ, ließ gestern offen, ob sie sich einen neuen Sonderstandort an der Rendsburger Straße vorstellen kann, allerdings wolle man die Investoren zumindest anhören. „Mich würde schon interessieren, warum Famila diesen Standort für so vielversprechend hält“, sagte die SPD-Bauexpertin. Sie kritisierte, dass  die Investoren  offenbar nicht von der Bauverwaltung über den Antrag im Ausschuss informiert worden waren.

Die Stadtplaner wollen auf dem ehemaligen Stock-Guss-Gelände vorzugsweise „nichtstörendes Gewerbe“ und Dienstleister wie beispielsweise Autohäuser, Hotel oder Messezulieferer zulassen. Eine Wohnbebauung, wie etwa von vielen Nachbarn und im Stadtteilbeirat Gartenstadt favorisiert, wird von der Stadtverwaltung kritisch gesehen. Stadtplaner Bernd Heilmann verweist auf mehrere metallverarbeitende Betriebe in der Nachbarschaft des einstigen Stock-Guss Geländes. Eine Wohnbebauung würde aufwändige Maßnahmen zum Lärmschutz voraussetzen – oder aber eine Verlegung der Betriebe, so Heilmann.

 

STANDPUNKT

Das sollten sich die Verantwortlichen  in der Stadt zweimal überlegen: Mit viel, viel Mühe und wohl auch ein wenig Glück hat man in den vergangenen Jahren im Rathaus und in den Ratsfraktionen  die Weichen für die Zukunft der Innenstadt gestellt und ist wohl immer noch dabei. Ein runderneuerter Großflecken und  ein moderneres Shoppingcenter an seinem  Rand könnte die in  den vergangenen Jahren doch etwas  schläfrig gewordene City zu neuem Leben erwecken,  zum Wohle der ganzen Stadt.

 Das sollte man jetzt  nicht   leichtfertig aufs Spiel setzen. Die Brache an der Rendsburger Straße mit einem neuen Einkaufscenter zu beleben, mag verlockend sein, hätte jedoch unabsehbare Folgen für die gerade eingeleitete und bei aller Kritik im Detail doch  insgesamt vielversprechende Revitalisierung des Stadtzentrums.

Große Einkaufszenten wie Famila oder Freesencenter machen ihren Sinn, aber bitte am richtigen Platz!

 

 

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