Klappmaul-Komiker : Komischer Kauz sorgt für Gelächter

Wenn Werner Momsen spricht, hat sein Spieler Detlef Wutschik Pause. Ihm gelingt es, hinter seiner Figur zu verschwinden.
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Wenn Werner Momsen spricht, hat sein Spieler Detlef Wutschik Pause. Ihm gelingt es, hinter seiner Figur zu verschwinden.

Herr Momsen trat mit seinem Spieler Detlef Wutschik im Statt-Theater auf.

shz.de von
22. Januar 2018, 12:00 Uhr

Neumünster | Er ist schon ein komischer Kauz, der Herr Momsen. Er kommt völlig harmlos daher mit seiner altväterlichen Cordjacke, seiner Hornbrille und seinem norddeutsch breiten Dialekt. Aber wenn Werner Momsen einmal auspackt und den deutschen Alltag zerpflückt, dann bleibt kein Auge trocken. So war es auch am Freitagabend im Statt-Theater am Haart, als der Klappmaul-Komiker in der genialen Hand seines Spielers Detlef Wutschik die 180 Besucher mit „Die Werner Momsen ihm seine Soloshow“ in hemmungsloses Gelächter trieb.

Ob Fondue-Fallen zu Silvester, geklaute Lebenszeit durch Zeitumstellungen oder das Show-Laufen des Kreuzers Queen Mary – Werner Momsen geht den Dingen auf den Grund. Manchmal erinnert er an einen Senior, der mit einem Kissen am offenen Fenster lehnt und dem Treiben auf der Straße zuschaut, um sich zu allem eine Meinung zu erlauben. Dann ist er wieder vollkommen alterslos, wenn er zum Beispiel nach dem Sinn des Fortschritts fragt. Das ist eine Entwicklung, die Werner Momsen in 20 Jahren Lebenserfahrung durchgemacht hat, wie Detlef Wutschik erzählt: „Ich entwickle mich, und er altert mit mir mit. Jeder kann sich in ihn hinein versetzen.“

Der Künstler hat den Klappmaul-Philosophen selbst gestaltet – es ist mittlerweile das dritte Exemplar. Und obwohl sich im Gesicht der Puppe nichts bewegt außer dem Mund, hat er eine starke Ausdruckskraft. Das liegt an der Feinfühligkeit seines Spielers, der genau den richtigen Ton trifft. Und obwohl Detlef Wutschik in Schwarz gekleidet ist und sich stets hinter seinem Freund bewegt, verschwindet er hinter seinem genialen Schelm. „Wir kennen ihn aus dem Radio, finden ihn irre lustig. Er erzählt Geschichten, in denen man sich wieder erkennt“, meinten Silke Runge und Ralf Schulze aus Neumünster begeistert.

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