zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

24. Oktober 2017 | 02:50 Uhr

Komik, Wortwitz und Verwandlung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Theaterprogramm im Februar und März bietet viele Angriffe auf die Lachmuskeln, aber auch Klassisches von Goethe und ein Konzert

shz.de von
erstellt am 18.Feb.2016 | 15:17 Uhr

Komische Ehekriege, Skurriles um einen adoptierten Teenager, Slapstick und Wortwitz über das Dauerthema Männer und Frauen oder Goethes Schauspiel um einen rebellischen Ritter: Frech, bunt und klassisch ist das Theaterprogramm im Februar und März. Das Publikum darf sich auf eine Mischung aus Comedy, Kabarett, Verwandlungskunst und Konzert freuen.

Den Auftakt machen „Zweikampfhasen“ (morgen, 25. Februar, 20 Uhr, Karten: 20/18/16 Euro). Michael und Jennifer Ehnert, auch im richtigen Leben ein Paar, kämpfen einen Ehekrieg der besonders komischen Art. Was beim Kunstflecken 2013 mit Riesenerfolg unter dem Titel „Küss langsam“ begann, findet hier seine Fortsetzung. Beide Ehnerts fragen sich in der zweiten Runde der köstlichen Beziehungsschlacht erneut nach dem Sinn ihrer doch eigentlich unmodernen Lebensform. Sie tun alles, um einander fix und fertig zu machen. Streithühnchen und Kampfköter im „Zweikampfhasen“-Anzug.

Ein komödiantisches Multi-Kulti-Solo präsentiert Gunnar Dressler, der „Macho-Man“ (1.März, 20 Uhr, Karten 13/10 Euro) auf der „Frei-Raum“-Theaterbühne (begrenztes Platzangebot). Ivan Dentler ist der Macho-Man – oder besser: Er wäre es gern. Denn eigentlich hat der überzeugte Nerd so sein Problem damit, dass Aylin weg ist, und er hat kaum Chancen, seine Traumfrau zurückzuerobern. Da kriegen die 68er-Eltern ihr Fett weg, es geht auch um Fußball, darum, wer die besten Oliven hat, um Großfamilien und eben um Männer und Frauen. Ein Abend voller Wortwitz, Slapstick und Beweis dafür, wie vergnüglich vielseitig so ein Solo sein kann.

Ein Varieté der Überraschungen erwartet das Publikum bei Ennio Marchetto als „The living paper cartoon“ (4.März, 20 Uhr, Karten 26/24/22 Euro). Er zeigt, was in Papier so alles steckt – vor allem er selbst. Der preisgekrönte Komiker, Verwandlungskünstler, Tänzer, Pantomime und Kostümdesigner hat eine ganz eigene Theatersprache entwickelt. In seiner lebenden Cartoon-Show verwandelt sich der Venezianer mit einem Fingerschnipp von Angie in Helene oder von Pavarotti in die Queen. Travestie, Bilderrausch, Hitparade – diese Show hat von allem etwas.

Goethes Portrait von dem rebellischen Ritter „Götz von Berlichingen“ ist ein Klassiker, in dem es großartige Figuren und Konstellation in dramatischer Chronik gibt (10.März, 20 Uhr, Karten für 5 bis 22 Euro). Der Ritter mit der eisernen Hand schlägt sich rebellisch durch die Übergangsgesellschaft vom Mittelalter zur Höfischen Zeit, er scheitert, man nimmt ihm seine Hand, seine Güter, seine Freiheit und den guten Namen. Fern von Jagsthausen stirbt er in Heilbronn. Ein üppiges Panorama und ein Goethe, der wie Shakespeare klingt, werfen die Frage danach auf, wie weit man gehen darf für die Freiheit.

Eine verzweifelte und gleichzeitig komische Zeitreise durch eine Kindheit der 60er- und 70er-Jahre unternimmt Gilla Cremer mit ihrem Programm „Die Dinge meiner Eltern“ (16. März, 20 Uhr, Karten: 5 bis 22 Euro). Die Hamburger Schauspielerin räumt das Haus der Eltern. Vertrautes, Erinnerungen, Tagebücher, die nicht für die Kinder bestimmt waren – wohin damit?

Komisch geht es auch in „Patrick 1,5“, einer Posse um einen Neuzuwachs für die Familie Göran und Sven zu (19. März, 20 Uhr, Karten: 5 bis 22 Euro). Sie haben einen Adoptionsantrag gestellt – und Patrick kommt ins Haus. Er ist nicht ein Jahr alt wie gewünscht, sondern 15, schwer erziehbar, kleinkriminell – und Schwule mag er gar nicht. Es ist eine pralle, gefühlvolle Familienkomödie der besonderen Art des schwedischen Erfolgsautors Michael Druker.

Etwas Besonderes bietet das „Schwarzgoldtrio“, das sich nach der Farbe seiner Instrumente benennt (21.März, 20 Uhr, Karten: 5 bis 16 Euro). Andre Schoch (Trompete), Friedrich Höricke (Klavier) und Lars Karlin (Posaune) bringen mit Kompositionen von Mozart, Reinecke, von Herzogenberg und Bowen, ursprünglich für ganz andere Instrumente geschrieben, ungewöhnliche Arrangements. Karten für das 5. Abonnementkonzert „Notenschlüssel“ sind auch im freien Verkauf erhältlich.

Alle Karten gibt es im Kulturbüro am Kleinflecken 26 oder unter Tel. 942-33 16 zu reservieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert