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SPD-Podiumsdiskussion : "Kombilöhne sind das falsche Modell"

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SPD-Podiumsdiskussion beschäftigt sich mit dem Thema "Gute Arbeit".

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 07:48 Uhr

Neumünster | Uwe Polkaehn, der DGB-Vorsitzende im Norden, hielt sich nicht lange mit der Vorrede auf. Er hält es schlichtweg für einen politischen Skandal, dass ein Vollzeit-Job nicht zum Leben reicht und mit öffentlichen Leistungen aufgestockt werden muss. "Ein Mindestlohn muss her", forderte Polkaehn im Hotel Prisma auf einer Podiumsdiskussion der SPD zum Thema "Gute Arbeit in der Kommune".

Auch Uwe Döring, Ex-Landesminister für Arbeit und Justiz, lehnt einen staatlichen Kombilohn ab. "Das ist das falsche Geschäftsmodell", erklärte der SPD-Spitzenkandidat zur Kommunalwahl. Döring hatte auch eine Definition für "gute Arbeit" parat: "Wenn ich am Sonntag keine Angst vor dem Montag habe, wenn ich am Mittwoch nicht vor Erschöpfung vor dem Fernseher einschlafe und wenn ich am Freitag ein klein wenig mehr im Portemonnaie habe, als ich am Sonnabend zum Leben brauche".

Gerd Kühl, Geschäftsführer im Unternehmensverband Mittelholstein, hielt dagegen: "Es gibt Arbeit, für die ein bestimmter Preis bezahlt wird - mehr nicht." Auch das ab 1. August geltende Tariftreue-Gesetz - danach müssen bei öffentlichen Aufträgen mindestens 9,18 Euro Stundenlohn zahlen - lehnt Kühl ab. Es gebe in Neumünster Tausende unqualifizierter Menschen, für die nur Niedriglöhne in Frage kommen.

Das bewerten Döring und Thorsten Klimm, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, ganz anders. Man müsse die Menschen qualifizieren, Neumünster dürfe nicht die "Hauptstadt des Niedriglohn-Sektors" werden. Und mit Blick auf den Konzern Amazon, der im Gespräch wegen einer Ansiedelung ist, verlangte Polkaehn: "Schaut nach! Sind das korrekte und gute Arbeitsplätze?"

Das Tariftreue-Gesetz, mahnte Döring in Richtung Gerd Kühl, verhindere doch auch den ruinösen Wettbewerb in der Wirtschaft. Es belohne die Firmen, die fair bezahlen. Döring: "Wenn es den Arbeitnehmern gut geht, geht es auch den Unternehmern gut."

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