Teichbewohner : Koi-Karpfen wurden gezielt in die Schwale ausgesetzt

Nicht nur ein   Koi, sondern mindestens zwei Exemplare schwimmen laut Michael Kläschen  im  Teich. Sie wurden  vor drei Jahren  in die Schwale ausgesetzt.
Nicht nur ein Koi, sondern mindestens zwei Exemplare schwimmen laut Michael Kläschen im Teich. Sie wurden vor drei Jahren in die Schwale ausgesetzt.

Der Neumünsteraner Michael Kläschen löst das Rätselraten um Zierfische im Teich auf: Ein gestorbener Freund wollte ein Protestsignal setzen.

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29. Juli 2014, 06:00 Uhr

Neumünster | Im Teich schwimmt offenbar nicht nur ein Koi-Karpfen herum. Der Neumünsteraner Michael Kläschen (53) weiß ganz genau, woher die Fische kommen, die neuerdings im Teich gesichtet werden.

Michael Kläschen, Inhaber eines Veranstaltungsservices, erzählte dem Courier, dass sechs dieser teuren Tiere bereits vor drei Jahren von Mel Pafelinsky in die Schwale ausgesetzt wurden. Der Tontechniker arbeitete 17 Jahre lang bei ihm und starb im November 2013 im Alter von 48 Jahren. Er hatte Kläschen damals von der Aktion erzählt. „Die Fische hatte Mel schon über ein Jahr. Er wohnte in Brachenfeld, hatte sich dort ein Haus gekauft. Er setzte die sechs Kois als Protest aus, wollte damit ein Zeichen gegen die Pläne der Gerisch-Stiftung setzen“, erinnert sich Kläschen, der nicht nur der Chef, sondern auch ein langjähriger Freund von Mel war.

Damals gab es viele Diskussionen um den Plan der Gerisch-Stiftung, einen Skulpturenpark auf dem Gelände zwischen der Haupt- und Klosterstraße zu errichten; es gab eine Protestwelle von Anwohnern, Stadtteilbeirat und Umweltverbänden (der Courier berichtete). Die Kois waren für Mel, der lange Jahre zum festen Kern des Statt-Theaters gehörte, eine Art „Botschafter der Natur“, erklärt Michael Kläschen. Als er bei einem lauschigen Grillabend bei Mel bemerkte, dass die Fische aus seinem Gartenteich verschwunden waren, „beichtete“ Mel die Aktion augenzwinkernd.

Michael Kläschen erkannte den im Courier abgebildeten Koi „an der Zeichnung – zu 90 Prozent“. Da die Kois bereits in Mels Gartenteich überwintert hätten, sei zu vermuten, dass mindestens einer im großen Teich überlebt habe und sich somit als robuster gezeigt habe, als es von Fischexperten dargestellt werde. Demnach müssen Kois spezielles Futter, temperiertes, gefiltertes und belüftetes Wasser haben; sie gelten als anspruchsvoll. Kläschen: „Die Fische haben entweder drei Jahre vom Gerisch-Park bis zum Teich gebraucht oder leben dort schon die ganze Zeit.“

Auf der Facebook-Seite des Couriers hat es eine rege Diskussion über den Koi im Teich gegeben. Nita Christin hatte den Fisch bereits im April gesichtet; Bianca Köller bemerkte, dass ein zweiter Fisch immer in der Nähe mitschwimme. Kristina Delling brachte es auf eine fröhliche Formel: „Das bringt Farbe in den Teich.“

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