zur Navigation springen

Chinesischer Nationalzirkus : Körperkunst in Vollendung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

250 Besucher bewunderten die Körperakrobaten im Theater in der Stadthalle auf. Künstler zeigten verblüffende Verrenkungen.

Neumünster | Staunen wie die Kinder konnten die rund 250 Besucher am Sonntagabend im Theater in der Stadthalle, als der Chinesische Nationalzirkus seine atemberaubende Show „Shanghai Nights“ zeigte. Zehn Ausnahmekünstler präsentierten ihre verblüffende Körperkunst in Vollendung.

Wenn eine Artistin ihre Beine so über den Rücken biegen kann, dass die Kniekehlen auf Höhe der Schultern ruhen, scheint die Bezeichnung „Schlangenmensch“ genauso einleuchtend wie würdigend. Bei einigen abenteuerlichen Verrenkungen musste man sich fragen, ob die Körperkünstler die Anatomie ignorierten und das Gesetz der Schwerkraft aushebelten – so wimpernfein waren die Bewegungen austariert. Das abwechslungsreiche Programm bot neben der Akrobatik auch Jonglage der besonderen Art: Ein Künstler balancierte einen sehr großen Keramikbottich auf dem Kopf, warf ihn in die Luft und platzierte ihn wieder auf dem Schädel. Und das alles ohne Beteiligung der Hände, so dass die Zuschauer den Atem anhielten und mitfieberten.

Der Chinesische Nationalzirkus präsentierte auch einen Clown: Als einer von zwei Europäern dieser Show ist der Deutsche Raoul Schoregge der Tourneeveranstalter und zugleich der Faxenmacher. In typisch europäischer Clownskleidung und mit nur einer Flasche Wasser schafften er und sein Kompagnon es geschickt, das Publikum zum Lachen zu bringen.

Angenehm und anders als in den europäischen Zirkusvorführungen fiel die fast ständige Anwesenheit aller Artisten auf, die sich zwar im Hintergrund der Bühne aufhielten, aber immer wieder in die Handlung des jeweiligen Hauptakteurs eingriffen. So wirkten die kleinen Geschichten, die erzählt wurden, lebendig und rund.

Die chinesische Zirkuskunst verzichtet traditionell auf Tierdressuren und legt ihren Ehrgeiz in die absolute Kontrolle des Körpers. Die spielerisch leicht präsentierte Selbstdisziplin wurde durch ein reduziertes Bühnenbild und wenig Requisiten hervorgehoben. Im ersten Teil der Vorführung wurden lediglich zwei Tische und sechs Stühle als Hilfsmittel gebraucht.

Viele Zuschauer waren begeistert, manch einer aber auch enttäuscht: „Bei voller Anerkennung der Leistung, die gezeigt wird: Mir fehlt der Glamour. Ich hätte mir mehr schmückende Ausstattung gewünscht“, bedauerte eine Besucherin. Otfried Dittler war extra aus Dithmarschen angereist und fand die Show so: „Erstaunlich! Eine wirklich tolle Leistung.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen