Klassiker-Tage in Neumünster : Knutschkugel und Italo-Klassiker

Manfred Zebe genießt es, wieder eine Isetta 300 zu sehen. Das Auto von 1957 war tatsächlich im Polizeidienst.
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Manfred Zebe genießt es, wieder eine Isetta 300 zu sehen. Das Auto von 1957 war tatsächlich im Polizeidienst.

Zu den Klassiker-Tagen an den Holstenhallen in Neumünster zeigten rund 400 Old- und Youngtimer-Freunde ihre Schätze.

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13. August 2018, 08:31 Uhr

Viel auf Hochglanz poliertes Edelblech bestaunten gestern gut 1500 Besucher auf dem Vorplatz der Holstenhallen bei der Kleinausgabe der „Klassiker-Tage“. Die Besitzer von etwa 400 Oldtimern und Youngtimern auf vier und zwei Rädern präsentierten ihre Liebhaber-Fahrzeuge und nutzen die Gelegenheit zum Austausch.

„Fachsimpeln und Benzingespräche führen“, scherzte Nils Meyer aus Preetz. Er lehnte sich mit Jens Wilke über den Motor eines TVR Cerbera 2000, einem britischen Auto. „Von dem Fahrzeug gibt es in Deutschland nur etwa 30 bis 40 Stück. Es ist ein Sammlerstück, das ich nicht täglich fahre“, erklärte Besitzer Jens Wilke. „Der Innenraum ist wunderbar durchdesignt und das Auto ist einfach britisch-skurril“, schwärmte Nils Meyer, der mit seinem eigenen Flitzer auch schon mal rund 270 Kilometer pro Stunde geschafft hat.

Um einiges bedächtiger bewegt sich Harald Bauer in seinem Fiat 500 Topolino aus dem Jahr 1937 fort. „80 Sachen fährt er schon, aber ich will das Auto nicht quälen und auch die Lautstärke ist bei 70 angenehmer“, meinte der Kieler, der seinen knuffigen Zweisitzer seit 1995 besitzt, in 700 Stunden top restauriert hat und auch schon mit seiner Frau durch Italien getourt ist. „Auch wenn ich kein Italienisch kann, habe ich gesehen, wie die alten Frauen in der Toskana von ihren Bänken aufgesprungen sind und ‚Topolino‘ gerufen haben“, freute sich Harald Bauer, der im Alltag einen VW- Passat fährt.

Ein weiterer besonderer Hingucker war eine Isetta 300 von 1957 im Originalzustand, die damals für die Polizei in Stade (Niedersachsen) im Einsatz war. Manfred Zebe (82) aus Kiel blieb gerührt vor dem eintürigen Einsitzer stehen und erinnerte sich: „Es ist wunderbar, so ein altes Ding wiederzusehen. So ein Auto war 1960 mein erstes eigenes. Wir haben es immer ‚Schlaglochsuchgerät‘ genannt, weil man jede Erschütterung spürte. Und ich hatte immer einen Liter Öl dabei, weil ich wusste, wenn es komisch klappert, muss ich nachfüllen.“

Die 13 PS starke Knutschkugel wird im Frühjahr 2019 auch dabei sein, wenn die großen Klassiker-Tage wieder in den Holstenhallen stattfinden. „Dann gibt es eine Sonderausstellung zu historischen Polizeifahrzeugen“, verriet Christoph Honnen von den Holstenhallen. Die kleine Oldtimer-Show fand zum zweiten Mal statt. „Sie kam mit einem großen Zulauf so gut an, dass wir das im kommenden Jahr wiederholen“, so Honnen.

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