Dauer-Schandfleck : Klosterbad-Pläne werden abgespeckt

Dauer-Schandfleck: Auf dem Gelände des halb abgerissenen Klosterbads hat sich seit rund drei Jahren nichts getan.
Foto:
1 von 2
Dauer-Schandfleck: Auf dem Gelände des halb abgerissenen Klosterbads hat sich seit rund drei Jahren nichts getan.

Seit 2011 ragt das halb abgerissene Klosterbad an der Klosterstraße wie ein Mahnmal in den Himmel. Aus den ehrgeizigen Wohnbauplänen ist bislang nichts geworden. Jetzt will der Investor die Pläne kräftig abspecken.

shz.de von
05. Juni 2014, 06:00 Uhr

Neumünster | Die Bauzäune sind besser verankert als früher, doch der (traurige) Anblick ist seit Jahren immer noch derselbe: Nichts hat sich auf dem Klosterbad-Grundstück am Meßtorffweg getan. Im März 2013 sollte es laut dem Gütersloher Investor Werner Muntau losgehen; im Oktober 2013 war immer noch nichts geschehen. An der Verzögerung ist eine negative Prognose für den Wohnungsmarkt schuld, so Muntau. Doch die Pläne seien nicht auf Eis, sondern nur verschoben.

Geplant auf dem fast 6500 Quadratmeter großen Areal waren laut Muntau bisher acht dreigeschossige Häuser mit 95 Wohnungen plus Penthouse-Etagen. Ende März 2013 sollte es nach dem Abriss durch die Gorgo-Gesellschaft, dem bisherigen Eigentümer, losgehen. Für Verzögerung hatte allerdings eine Fernwärmeleitung, die durch das Gelände geht, gesorgt. Doch nichts passierte. „Aufgrund von Studien über den Immobilienmarkt in Neumünster kamen wir zu dem Schluss, dass kein Bedarf für 90 Wohnungen, sondern eher für 30 ist. Wann wir bauen, hängt von möglichen Investoren ab“, sagt Muntau. Diese seien „in Sicht“, denn inzwischen „passiert etwas in Neumünster, da bewegt sich etwas“, sagt er in Anspielung auf den Bau der Holsten-Galerie.

Ein gewisser Bedarf an bezahlbaren Mietwohnungen scheine jetzt da zu sein. Schon vor drei Jahren sei seine Idee gewesen, nicht normale Reihenhäuser dort zu bauen, sondern „etwas Bodenständiges.“ Wenn 30 Wohnungen verkauft sein würden, habe seine Firma nach wie vor die Kaufoption. Bisher allerdings habe seine Firma, die Planungsgesellschaft Muntau+Läer, andere, größere Projekte am Laufen, so dass Neumünster nicht erste Priorität hatte. Dies hat sich nach seiner Aussage jetzt geändert. Er nennt einen Zeitraum von zwei Monaten, in denen sich etwas bewegen könnte.Voraussetzung sei auch, dass er das Grundstück besenrein übernehmen könne.

Wem das Grundstück jetzt gehört, ist unklar. Muntaus Firma ist Investor, nicht Eigentümer. Der frühere Eigentümer war die Gorgo-Gesellschaft, die dem Schwiegervater von Gorgo-Geschäftsführer Michael Klingner gehört. Sie soll an eine andere Gesellschaft verkauft haben, so Muntau, der den Namen dieser Gesellschaft allerdings nicht nennt.

Die Geschichte des ehemaligen Klosterbads bleibt damit eine voller Pannen und Verzögerungen. September 2011 wurde der Abbruch begonnen, doch die Abbruchfirma ging pleite. Seitdem steht das Klosterbad halb abgerissen auf dem Grundstück. Die städtische Wobau hatte sich ebenfalls für das Gelände interessiert, dann aber abgewunken. März 2012 gab es einen positiven Bauvorentscheid der Stadt. Die Stadt sieht die Dauerruine Klosterbad als Schandfleck für die Innenstadt.

Bernd Heilmann, Leiter der Stadtplanung, meinte auf Courier-Anfrage: „Das ist ein städtebaulicher Missstand. Wir hoffen, dass da Bewegung reinkommt und eine adäquate Wohnbebauung entsteht. Wir würden das begrüßen.“

Die Gorgo-Gesellschaft war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen