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Jubiläum : Klinik Klosterstraße feiert Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Viele Neumünsteraner erblickten in dem kleinen Krankenhaus das Licht der Welt. Vor 50 Jahren wurde es eröffnet. Heute wird viel operiert.

Neumünster | Wie viele es genau waren, weiß heute niemand mehr. Sicher ist aber: Viele Neumünsteraner, die zwischen 1965 und 1994 geboren wurden, erblickten in der Klinik Klosterstraße das Licht der Welt. Am Freitag, 25. September, feiert das Krankenhaus selbst Geburtstag. Dann wird die Klinik, die unter dem Namen Klinik Dr. Scholtz gegründet wurde, 50 Jahre alt.

Die Neumünsteraner nannten die Geburtsklinik damals einfach „die Scholz-Klinik“ – nach dem Gründer Dr. Dieter Scholtz. Der hatte das Gebäude an der Ecke Klosterstraße/Goethestraße in den Jahren 1964/1965 bauen lassen. „Das war zuerst ganz klar mehr Geburtsklinik als Gynäkologie“, erinnern sich Brigitte Hutzfeldt (72) und ihre ehemalige Kollegin Tina Böse (78). Beide sind quasi Krankenschwestern der ersten Stunde in dem Haus. Während Tina Böse von Beginn an dabei war, kam ihre Mitstreiterin 1970 dazu – als Schwester im Kinderzimmer.

Schnell erwarb sich die kleine Klinik einen guten Ruf. Dr. Scholz, der seine Praxis in einem Anbau hatte, arbeitete eng mit niedergelassenen Gynäkologen zusammen. Das Haus behauptete sich rasch gegen die gynäkologische Abteilung des Friedrich-Ebert-Krankenhauses, die damals am Meßtoffweg war. „Es wurde richtig Mode, in der Klinik Dr. Scholtz zu entbinden“, weiß der ärztliche Leiter Dr. Matthias Renk (64), der vor 26 Jahren diese Aufgabe von dem Gründer übernahm. Die gesamte Klinik wollte der Mediziner allerdings nicht verantworten. „Das wäre mir zu viel wirtschaftlicher Stress gewesen“, erklärt Renk. Von 1990 bis 2008 führte der Kieler Unternehmer Dr. Hans-Jochen Rüdel das Haus deshalb gemeinsam mit seinem Kompagnon Rainer Gottburg als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) weiter und benannte das Haus um. Von 2008 bis 2012 löste ihn sein Sohn Per Rüdel ab. Bis 2014 behielt der das Haus allein. Seit dem 1. September 2014 ist die Klinik in Trägerschaft der Deutschen Radiologienetz AG.

Doch es änderte sich noch mehr im Laufe der Jahre. Ab Sommer 1981 startete das Haus mit Rooming-In. Das heißt, die Babys blieben im Zimmer der Mütter. „Das war damals sehr modern. Dafür wurden extra fahrbare Bettchen angeschafft“, erzählen die beiden Krankenschwestern. In Spitzenzeiten kamen an der Klosterstraße 1080 Babys im Jahr zur Welt. „Das war in den 80er-Jahren“, erinnern sich die Ehemaligen. „Einmal hatten wir elf Entbindungen an einem Tag. Da haben alle von früh bis spät geschuftet“, weiß Dr. Renk. Nach heutigen Maßstäben gab es ab und zu schon ungewöhnliche Umstände. So bekam die Klinik erst nach einer kompletten Modernisierung mit Umbau im Jahr 1992/93 einen Fahrstuhl. Bis dahin wurde es immer schwierig, wenn unter der Geburt plötzlich ein Kaiserschnitt anstand. „Dann wurde der Malteser Hilfsdienst gerufen, um die Frau aus dem Kreißsaal im ersten Stock ins OP im Erdgeschoss zu tragen. „Es ist aber immer gut gegangen“, berichtet Renk.

Dennoch war es im Jahr 1994 mit den Entbindungen vorbei – obwohl die Klinik mit rund 300 Geburten pro Jahr nach wie vor beliebt war. „Die Haftpflichtprämien für geburtshelfende Ärzte schnellten damals jedoch so in die Höhe, dass es sich nicht mehr rechnete. Zeitweilig stand das Haus kurz vor der Insolvenz“, berichtet der ärztliche Leiter. „Dass wir die Geburten aufgeben mussten, ist schade. Ich würde das sonst heute noch machen“, bedauert er.

Doch für die Klinik war der Schritt keinesfalls das Aus. Stattdessen wurde quasi der Schwerpunkt verschoben. Waren gynäkologische Operationen zuvor neben der Geburtshilfe das zweite, kleinere Standbein gewesen, so rückten sie jetzt in den Vordergrund. Diese Priorität ist bis heute geblieben. Gynäkologische Operationen machen das Gros aus. Hinzu kommen chirurgische Eingriffe wie Blinddarm- oder Leistenbruchoperationen. Aber auch urologische OPs und ambulante Chemotherapien werden gemacht. Insgesamt kann die Klinik pro Jahr rund 450 stationäre Operationen und 1100 ambulante Eingriffe vorweisen. Um die Patienten kümmern sich 15 Beleg- und Kooperationsärzte (siehe Kasten) und 20 Mitarbeiter(Pflegedienst, OP, Reinigung, Hauswirtschaft). Das Krankenhaus hat elf sogenannte Planbetten. Geblieben ist die Schwangerenbetreuung durch eine eigene Hebamme. „Wir wollen die Klinik langfristig ausrichten. Der Schwerpunkt wird erhalten“, erklärt der kaufmännische Leiter Fabian Groß (33).

Vom System der Belegklinik ist er ebenso wie Matthias Renk überzeugt. „Das ist eine ganzheitliche Sache. Wir machen nahezu alle großen Operationen, die Vor- und Nachsorge“, sagt der Arzt. Was viele Patienten schätzen, ist die übersichtliche Größe des Hauses. „Das Familiäre nimmt die Angst“, so der Mediziner. Auch für das Personal ist das Haus offenbar eine beliebte berufliche Station: „Wir haben kaum Wechsel im Team “, erzählt Jeannette Augustin (38) von der Pflegedienstleitung. Die Verbundenheit zeigt sich auch zum Jubiläum: Viele aktive und ehemalige Mitarbeiter sowie Patienten haben sich schon zur Feier angesagt.

Die Belegärzte und Kooperationsärzte der Klinik Klosterstraße

Dr.  Matthias Renk, Ärztlicher Leiter Facharzt für Gynäkologie;  Dr.  Matthias Böhm, Gynäkologie; Jörg-Michael Günther, Hygieneverantwortlicher Arzt, Gynäkologie; Dr. Dorette Kinzel-Herwig, Gynäkologie;  Dr.   Rodrigo Munoz-Hencke, Gynäkologie; Christian Remmert, Gynäkologie; Dr.   Johann-Heinrich Sievers, Gynäkologie;  Dr.   Ulrike Winkler, Urologie;  Malte Peltz, Urologie;  Dr.  Martin Glaubitz, Chirurgie;  Dr.  Lars Müller, Chirurgie;  Dr.  Frank Schneider-Affeld, Gynäkologie (plastisch-ästhetische Operationen);  Dr.  Christiane Renk, Anästhesie;  Dr.   Elke Langenau, Pathologie;  Maria Koch-Doerfler, Pathologie.mor

Das Klinik-Jubiläum

Am Freitag, 25. September, feiert die Klinik Klosterstraße im Festzelt auf dem Parkplatz an der Klosterstraße 63-65 ihr Jubiläum.  Ab 16 Uhr gibt es einen Sektempfang und Grußworte von Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger, ab 16.20 Uhr ist klassische Musik zu hören. Geschäftsführer Dr. Johannes Schmidt-Tophoff und Dr. Matthias Renk, ärztlicher Leiter,  halten Eröffnungsreden. Ab 17 Uhr gibt es eine Führung durch die Klinik. Ein Rettungswagen kann besichtigt werden. Es gibt Kinderschminken, und der Zauberer kommt. Ab 18.45 findet ein Austausch mit den Belegärzten statt. In der Hebammenpraxis im Erdgeschoss gibt es von 17.45 bis 18.45 Fachvorträge.mor

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erstellt am 18.Sep.2015 | 07:30 Uhr

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