Klimaschutz in der Stadt stieß auf wenig Interesse

Prof.  Hartmut Graßl warnte vor den Folgen des Klimawandels.
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Prof. Hartmut Graßl warnte vor den Folgen des Klimawandels.

Nur 20 Besucher kamen zur Bürgerversammlung in die Stadthalle / Fachleute fordern mehr Engagement

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20. Juni 2014, 15:51 Uhr

– Was kann Neumünster, was kann jeder Einzelne für den Klimaschutz tun? – Diese Frage stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung, die am Donnerstagabend allerdings gerade mal 20 Interessierte in die Stadthalle am Kleinflecken lockte.

Sie wurden über die jüngsten Planungen der Stadt zum Thema Klimaschutz unterrichtet: Die Stadt lässt derzeit vom Bundesdeutschen Arbeitskreis für umweltbewusstes Management (BAUM Consult) aus Hamburg ein integriertes Klimaschutzkonzept erstellen. Wie das in etwa aussehen wird, wurde in der Versammlung vorgestellt.

Zum Einstieg ins Thema gab es einen vertiefenden Vortrag des renommierten Meteorologen Prof. Hartmut Graßl. Der Hamburger Klimaexperte referierte 90 Minuten lang über die Energiewende, Export und Klimaschutz und zeigte, welche möglichen Folgen bis zum Jahr 2100 zu erwarten sind, wenn gar nichts passiert: Etwa ein Anstieg des Meeresspiegels um bis zu einem Meter. „Manche Wissenschaftler befürchten gar einen Meeresspiegel-Anstieg von bis zu sechs Metern in diesem Jahrtausend“, führte Graßl aus. Schleswig-Holstein stünde dann unter Wasser.

„Der Klimaschutz ist im Land und in Europa hoch angesiedelt, und auch wir müssen uns Gedanken dazu machen, wie wir uns an den Zielen der Bundesregierung auf kommunaler Ebene beteiligen können“, sagte Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek als Versammlungsleiter.

Auch das geringe Interesse an der Bürgerversammlung war in der Versammlung Thema: „Alle Neumünsteraner müssen mitarbeiten. Wenn niemand etwas macht, haben wir am Ende nur eine große Ideensammlung“, sagte Cord Röpken, der das Konzept als Masterplan für weitere Klimaschutzaktivitäten erstellen soll. Das Konzept muss von der Ratsversammlung förmlich beschlossen werden, dann kann die Stadt einen Klimaschutzmanager bestellen und weitere Maßnahmen konkretisieren, hieß es.

Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes wird vom Bund gefördert. Vom Land wird es keine Unterstützung geben. „Neumünster wird weitgehend auf sich allein gestellt sein. Bürger und Unternehmen werden gefordert sein, sich an der Finanzierung bestimmter Projekte zu beteiligen“, gab Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras den Kurs vor. Genaues könne jetzt noch nicht gesagt werden. Der Prozess laufe erst an und müsse sich erst entwickeln.


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