Neumünster : Klimageräte gehen weg wie „geschnitten Brot“

Ron und Nicole Szegun aus Boostedt ließen sich bei Expert von Vanessa Abel über Stand-Ventilatoren beraten. Fotos: Ziehm
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Ron und Nicole Szegun aus Boostedt ließen sich bei Expert von Vanessa Abel über Stand-Ventilatoren beraten. Fotos: Ziehm

Auch Ventilatoren sind in den Bau- und Elektronikmärkten nahezu vergriffen.

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08. August 2018, 09:00 Uhr

Neumünster | Der Jahrhundertsommer ist in den Regalen der Bau-, Garten- und Elektronikmärkte zu spüren. „Lüfter und Klimageräte sind total gefragt. Auch Bewässerungssysteme, Rasensprenger, Gartenschläuche und Verbindungsstücke gehen wie noch nie“, sagt Arne Lembke, der Marktleiter des Hagebaumarktes an der Boostedter Straße.

Kunden hätten ihm schon mehrfach berichtet, dass ihnen hochwertige Sprenger aus den Vorgärten gestohlen worden seien, so Lembke. Bewässerungsartikel kämen zurzeit nur „in homöopathischen Teilmengen und sind innerhalb von Stunden ausverkauft“, sagt Lembke.

Da die Hersteller nicht liefern können, sind viele Bestellungen offen. „Bei Lüftern geht diesen Sommer gar nichts mehr“, meint Lembke. Die Hersteller sind meist in Fernost. Bei der Hagebau-Gruppe versuchten sie sich gegenseitig auszuhelfen.

Der Absatz bei Gartenbewässerungssystemen stieg um 120 Prozent. Arne Lembke: „Es hätte locker das Drei- bis Vierfache sein können.“ Ähnlich lautet die Botschaft im Gartenzentrum Schneede. „Momentan sind die Gartensprenger ausverkauft“, sagt Alf Schneede. Ganz anders das Bild bei Rasenmähern. Bis Mai liefen der Verkauf und die Installation von Mährobotern. Doch seit zwei Monaten ist Ruhe. Der Absatz bei Hagebau ging um 20 Prozent zurück. „Klar, bei dem Wetter wächst der Rasen nicht ohne Bewässerung“, weiß Arne Lembke.

Im Baumarkt selbst ist es erträglich, weil Marktleiter Lembke sehr frühzeitig am Morgen durchlüftet und dann die Schotten dicht macht. „Das ist Chefsache“, sagt er. Für das eigene Personal sind 18 Lüfter im Dauereinsatz. Viele sind betagte Liebhaberstücke. „Der älteste stammt vom Dachboden und ist so alt wie der Markt – 25 Jahre“, sagt Lembke und grinst: „Not macht erfinderisch. Wir haben auch fast alle Heizlüfter verkauft.“ Die Geräte kann man auch solo nur mit der Lüfterfunktion betreiben.

Auch beim Elektronikmarkt Expert am Haart beschert die sengende Hitze eine Sonderkonjunktur. „Klimageräte und Ventilatoren gehen wie geschnitten Brot“, sagt Marktleiter Alexander Stock und ist froh, dass gerade Nachschub gekommen ist. „Die Hersteller können gar nicht so schnell liefern, wie wir sie benötigen“, sagt er und fügt hinzu: „Wir könnten die Geräte derzeit palettenweise verkaufen – wenn wir sie denn hätten.“

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