Bissee : Kleinode statt riesiger Objekte

Der „Fadentanz“ von Inga Momsen aus gefärbter Maurerschnur führt über einen Nebenarm der Eider.
1 von 3
Der „Fadentanz“ von Inga Momsen aus gefärbter Maurerschnur führt über einen Nebenarm der Eider.

26 Werke von 15 Künstlern werden in Bissee gezeigt.

shz.de von
02. Juni 2018, 12:30 Uhr

Bissee | Ab heute geht es wieder künstlerisch rund im beschaulichen Bissee, wo die seit über 20 Jahren bewährte Skulpturenausstellung wieder eröffnet wird. Im Dorf können sich die Besucher die Kunstwerke erwandern.

Mehr denn je sind diesmal das genaue Hinschauen, das Suchen und der hintergründige Blick auf die diesmal 26 Exponate von 15 Künstlern gefragt. Denn der Verein „Skulptur in Bissee“ hat sich nach dem groß angelegten 20-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr eine kleine Entschlackungskur verordnet und will den Fokus wieder auf das Wesentliche richten.

Das bedeutet konkret, dass überdimensionale Blickfänger und massige Figuren diesmal im Ort fehlen – stattdessen warten viele originelle Kleinode auf ihr Entdecken.
„Wir stehen hinter dieser Neuausrichtung und wollen sehen, was die Zukunft bringt“, meint Vereinsmitglied Karin Russ und weist dabei auf die wie immer hohe Qualität aller Werke hin, deren Realisierung wie immer in enger Absprache mit den vorwiegend aus Norddeutschland stammenden Künstlern stattfand. Sieben Neulinge sind dabei wie Inga Momsen, die eine ganz eigene Methode des „Einwickelns“ präsentiert. So spannt sie den „Fadentanz“, eine rosafarbene „Dänische Mauerschnur“, über einen Nebenarm der Eider oder mystifiziert gleich mit ihren „Verwebungen für Alfred“ einen ganzen Vorgarten mit zwei Kilometern des Materials. Mächtig stolz auf ihre Werke sind auch Jan-Olav Hinz aus Schönbek und Martin Schräder aus Kiel. Während erster aus einem Findling mit einem geschickt konstruierten Wassermechanismus einen originellen Brunnen zauberte, schwört letzterer auf den Kalkstein „Anröchter Dolomit“. Daraus arbeitete er die morbide Skulptur „Hocken“ und die Figur „Der verlorene Berg“.

Die Dänin Bente Polano präsentiert mit „Alpha und Omega“ ein durchsichtiges Paar, das seine eigenen Geheimnisse hat.

Traditionell rollen die letzten Exponate kurz vor der Eröffnung an, ehe dann heute um 16 Uhr auf dem Hof Reese Dr. Oliver Grundei, Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur, die Eröffnungsrede halten und dazu die Kant-Band der Imanuel-Kant- Schule aus Neumünster musizieren wird. Um 17.30 Uhr gibt es eine Führung. Die Schau ist bis zum 15. Oktober zu sehen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen