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Delegiertenversammlung : Kleingärtner kämpfen gegen den Leerstand

vom

Oberbürgermeister verspricht Laubenpiepern Unterstützung.

shz.de von
erstellt am 06.Mai.2013 | 07:56 Uhr

Neumünster | Demografischer Wandel, Zahlungsunfähigkeit und das veränderte Freizeitverhalten machen Neumünsters Kleingärtnern zunehmend zu schaffen: Immer mehr Parzellen werden aufgegeben, immer öfter können Pächter ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Für die verbleibenden Laubenpieper bedeutet das zusätzliche Arbeit und höhere Kosten.

Wie prekär die Lage ist wurde jetzt einmal mehr auf der Delegiertenversammlung des Kreisvereins deutlich: Danach engagieren sich derzeit rund 1600 Mitglieder in elf Gartengemeinschaften der Stadt. Doch die Zahlen sind seit Jahren rückläufig und ein Drittel der rund 1200 Gärten wird schon jetzt nicht mehr bewirtschaftet. Aufgrund des schwindenden Engagements verteilt sich auch die allgemeine Pflege der Anlagen auf weniger Schultern. Deshalb beschlossen die Abgesandten jetzt die Anhebung der Arbeitseinsätze von sechs auf acht Stunden pro Jahr.

Als Gast des Kreisvereins sagte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras den Kleingärtner Hilfe zu. So könnte das Technische Betriebszentrum (TBZ) die Gemeinschaften bei der Knickpflege unterstützen. Zur finanziellen Entlastung des Kreisvereins, der jährlich rund 80 000 Euro Pacht in die Stadtkasse zahlen muss, will die Stadt außerdem leer stehende Flächen zurücknehmen. "Nicht alles geht von heute auf morgen, aber ich hoffe, dass ich im kommenden Jahr Gutes zu berichten habe", machte der OB den Gärtnern Mut.

Kummer bereitet den Kleingärtnern die auch schlechte Zahlungsmoral einiger Mitglieder. "Jährlich müssen wir rund 400 Mahnverfahren einleiten. Rund 50 Verfahren davon landen sogar bei Gericht", berichtete der Kreisvorsitzende Hansheinrich Gräfe.

Immer häufiger kommt es vor, dass Gärten von den Pächtern einfach verlassen werden. "Die Entsorgung der auf dem Gelände verbliebenen Lauben und des Unrats müssen dann von uns besorgt werden. Da kommen schnell mal Kosten von 5000 Euro zusammen", klagt Gräfe.

Nichtsdestotrotz wollen die Kleingärtner an ihren "Schollen" festhalten. "Wir müssen auch einmal den ersten Schritt machen und auf neue Leute zugehen. Im Garten kann man auch von Menschen aus anderen Ländern viel lernen", warb der zum dritten Mal in seinem Amt bestätigte Vorsitzende Gräfe. Klaus Langmaack (Gartengemeinschaft West) wurde von der Versammlung als Kreisfachberater bestätigt.

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