Sternsinger-Aktion : Kleine Könige auf großer Mission

Premiere für die Sternsinger: Sie breiteten ein extra für die Aktion genähtes Tuch mit den traditionellen Segenszeichen aus und sangen „Segen bringen, Segen sein“.
Premiere für die Sternsinger: Sie breiteten ein extra für die Aktion genähtes Tuch mit den traditionellen Segenszeichen aus und sangen „Segen bringen, Segen sein“.

30 junge Sternsinger wurden im Rathaus empfangen und brachten den traditionellen Segen / Spendenmarke von 10 000 Euro erreicht

shz.de von
07. Januar 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | „Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand“: 30 kleine Sternsinger der katholischen Kirchengemeinde St. Maria-St. Vicelin und der evangelischen Bugenhagenkirche kamen gestern singend ins Rathaus. Ihre Mission: Den traditionellen Segen „Christus Mansionem Benedicat – Gott segne dieses Haus“ an die Pforte des neuen Rathauses zu bringen und um Spenden für die Kinder auf den Philippinen und deren gesunde Ernährung zu bitten. Empfangen wurden sie vom Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und Stadtpräsidenten Friedrich-Wilhelm Strohdiek.

Begleitet wurde die „Dreikönigs-Schar“ im Alter von vier bis 15 Jahren von Pfarrer Peter Wohs von der katholischen Gemeinde. „In diesem Segen sehen wir ein Zeichen, dass das Wirken Gottes sichtbar wird“, sagte er und wünschte den Mitarbeitern im Rathaus „alles Gute für Ihr Wirken“. Was sich die Kinder wünschten, zeigten sie auf Sternenschildern: kein Krieg, Arbeitsplätze, Frieden, Glück, Gesundheit, Fröhlichkeit, Freundschaft, Familie und Reichtum und ein frohes neues Jahr. Premiere für die Sternsinger in diesem Jahr: Sie entfalteten ein 5,50 Meter breites Baumwolltuch, auf dem die traditionellen Segenszeichen „20*C+M+B+15“ in weißem Filz befestigt waren – genäht von Ehrenamtlerin Gudrun Fricke. Fröhlich stimmten die Kinder dann weitere traditionelle Sternensinger-Lieder unter Leitung von Tatjana Philippsen von der katholischen Gemeinde an – allen voran das Motto der Aktion: „Segen bringen, Segen sein: Niemand ist für Gott zu klein, für diesen Segen wollen wir singen.“ Martina Strebe begleitete sie auf der Gitarre.

Der OB lobte die Sternsinger: „Das ist die weltweit größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Kinder sind ein Segen in unserer Gesellschaft, und Kinder lernen so, sich für andere Kinder stark zu machen.“ Das Christentum sei eine Religion der Nächstenliebe, und er wünschte den kleinen Melchiors, Balthasars und Kaspers „ganz viel Zuspruch“. Den bekamen sie – so einige Scheine wanderten in die Spendendosen, mit denen Katharina Ullmann (7), Emma Fricke (4) und Paul Boxberger (9) umhergingen.

Dann ging es zur Pforte des neuen Rathauses, wo Ilsa (10) konzentriert mit einem Stück Kreide die Segenszeichen auf den Backstein malte. Tauras bedankte sich für den Segen für seine Arbeitsstätte.

Wie erfolgreich die Aktion bisher lief, zeigte eine vorläufige Bilanz von Organisatorin Julia Weldemann, der Gemeindereferentin der katholischen Kirche. Durch die Hausbesuche am Wochenende waren 9772,65 Euro zusammengekommen, gestern knackten die großzügigen Spender die 10 000-Euro-Marke – 10 096,20 Euro lautete die Summe am Ende des Tages. „Das ist erstaunlich für Neumünster. Bei manchen Menschen sehen wir, dass sie nicht viel haben – und sie stecken trotzdem einen 50-Euro-Schein in die Sammeldose. Das ist sehr beeindruckend. Wir sind nur noch 600 Euro vom Vorjahresergebnis entfernt“, sagte Julia Weldemann.

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