Neumübster : Kleine gezackte Glücksbringer

 Peter Lemke (links) und Henning Köster sind Philatelisten und immer auf der Suche nach besonderen Briefmarken.
Peter Lemke (links) und Henning Köster sind Philatelisten und immer auf der Suche nach besonderen Briefmarken.

400 Besucher kamen in die Stadthalle zum „Großtauschtag für Briefmarken, Münzen und Postkarten“.

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26. März 2018, 11:00 Uhr

Neumünster | Henning Köster ist glücklich. Er hat ein Angebot bekommen, das sein Sammlerherz höher schlagen lässt. „Ich konnte heute meine Åland-Marken um schöne Stücke ergänzen“, erzählt der 63-Jährige strahlend. Henning Köster ist leidenschaftlicher Briefmarkensammler und hat seinen Fund beim „Großtauschtag für Briefmarken, Münzen und Postkarten“ gemacht, der gestern im Festsaal der Stadthalle stattfand.

Fast 400 Besucher kamen wieder nach Neumünster, um bei der Börse nach fehlenden Briefmarken-Sätzen zu stöbern oder auf philatelistische Schätze zu stoßen. „In Norddeutschland ist das hier das Mekka der Tauschbörsen, man hat genügend Platz und das Licht ist optimal“, weiß Peter Lemke. Er ist spezialisiert auf Briefmarken aus Skandinavien und wusste, dass sich sein Freund Henning Köster über den Satz Åland-Marken von einer finnischen Insel freuen wird. „Die habe ich extra für Henning mitgebracht“, sagt er.

Besonders eine ganz spezielle Marke hat es Henning Köster angetan. Er zückt sie mit seiner Pinzette aus dem Einsteckalbum und hält sie ins Licht: „Das ist ein schön gestempeltes Randstück, darüber freue ich mich am meisten“, meint er. Den beiden Sammlern geht es bei ihrem Hobby nicht ums Geld, wie Henning Köster erklärt: „Ich kann mich über eine 25-Euro-Marke genauso freuen wie über eine 1000-Euro-Marke. Der Reiz liegt darin, etwas vervollständigen zu können.“

Bei der Börse wird nur getauscht, nicht gekauft. Um die Wertigkeit von Marken vergleichen zu können, wird der Michel-Katalog herangezogen. Darin sind alle Marken nach Ländern geordnet und mit einem Euro-Wert versehen. „Wenn Peter mir sein Album gibt, stöbere ich es durch und notiere mir anhand des Michel den Gesamtwert der Marken, die ich gern haben möchte. Er sucht sich dann entsprechend aus meiner Sammlung Briefmarken heraus“, erklärt Henning Köster das Prozedere. Dabei muss man wissen, dass die Euro Angaben im Katalog nicht dem echten Euro entsprechen. „Wir nennen das Michel-Euro, der echte ist um einiges niedriger“, erläutert Peter Lemke.

Die beiden Freunde sind Mitglieder im Verein der Briefmarkensammler in Neumünster. Der Vorsitzende Rainer Hebel (72) hat den Großtauschtag in der Stadt vor 16 Jahren zum ersten Mal organisiert und ist Besitzer der Philatelie in Neumünster. Obwohl er weiß, dass Briefmarken auch Wertanlagen sein können, erinnert er sich immer noch gerne an seine erste Marke: „Damals war ich acht Jahre alt, als ich mir für zehn Pfennige von meinem Taschengeld eine Marke gekauft habe. Ich war richtig stolz und habe sie immer noch.“

Der nächste Tauschtag in der Stadthalle findet am Sonntag, 21. Oktober, statt. Wer auch einmal seine Sammlung zeigen und etwas tauschen möchte, kann jeden ersten Donnerstag um 19.30 Uhr ins Restaurant der Stadthalle kommen.

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