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Aukrug/Wasbek : Kleine Filialen stehen auf der Kippe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Fusion der Sparkasse Hohenwestedt mit der Förde-Sparkasse: Kritik am Vertrag

shz.de von
erstellt am 28.Jun.2016 | 10:00 Uhr

Hohenwestedt | Die Filialen der ehemaligen Sparkasse Hohenwestedt sind nach der Fusion mit der Förde-Sparkasse offenbar keineswegs so sicher, wie von beiden Geldinstituten immer behauptet wurde. Das wird zumindest hinter vorgehaltener Hand kritisiert. Demnach könnten die drei Außenstellen die ersten sein, die geschlossen werden, sobald das möglich ist.

Noch will niemand konkret damit raus, doch im Zentrum der Kritik aus Reihen der Kreis-Politik steht, dass sich die Förde-Sparkasse bezüglich der Filialen nur zu einer sehr schwammigen Formulierung im Fusionsvertrag habe hinreißen lassen. Oder andersherum gesagt: Die Verhandlungen sind nicht hart genug verlaufen, denn sonst hätte es eine bessere Perspektive für die drei Filialen in Todenbüttel, Aukrug und Wasbek gegeben.

Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass sich das kleine Hohenwestedter Haus mit seinen 47 Mitarbeitern mit dem Riesen (1300 Beschäftigte, Hauptsitz in Kiel) zusammenschließen will. Beide Institute hatten bereits vorher kooperiert. Im Mai ist der Fusionsvertrag unterzeichnet worden. Hintergrund für den Schritt war vor allem die anhaltende Niedrigzinsphase, die die kleine Sparkasse künftig in Schwierigkeiten bringen könnte. Deshalb habe man sich frühzeitig zur Fusion entschieden, hieß es Ende 2015. Der Vostandsvorsitzende, Ralf Patock, bekräftigte damals, dass der Zusammenschluss nicht dazu genutzt werde, „Mitarbeitern betriebsbedingt zu kündigen oder eine der Filialen in Todenbüttel, Aukrug oder Wasbek zu schließen“. Im Fusionsvertrag wurde ausgehandelt, dass das Hohenwestedter Haus eine Bestandsgarantie erhalte, die Außenstellen jedoch nach zwei Jahren „nach dem Filialkonzept der Förde-Sparkasse beurteilt“ werden sollen.

Das klingt eher danach, dass die Filialen auf der Kippe stehen, als dass sie eine Zukunft hätten. Denn alle Zweigstellen sind klein – und damit geht der Riese aus Kiel nicht zimperlich um. In den vergangenen drei Jahren hat es sieben Filialen getroffen, wie Unternehmenssprecher André Santen auf Nachfrage bestätigte. Geschlossen wurde etwa die Filiale in Borgstedt. Auch in Klein Wittensee gibt es inzwischen keine Außenstelle der Förde-Sparkasse mehr. Sie wird – wie auch zwei Orte östlich von Kiel – von der mobilen Filiale bedient. Das heißt, dass der Sparkassen-Truck mit Bargeld und Beratern regelmäßig in den Ort kommt. „Das wird von den Kunden gut angenommen“, sagte Santen. Darüber hinaus sind die Zweigstellen in Dänischenhagen sowie den Altenholzer Ortsteilen Klausdorf und Stift zusammengelegt worden.

Wie das Filialkonzept der Förde-Sparkasse aussieht, konnte Santen nicht erklären. „Es befindet sich in ständiger Weiterentwicklung und wird an äußere Begebenheiten angepasst“, sagte er. Dabei werde auch die digitale Entwicklung berücksichtigt, zum Beispiel der Fortschritt in der Bankberatung per Video.

Stefan Landt, der Amtsdirektor Mittelholsteins und Vorsitzender des Verwaltungsrats der Sparkasse Hohenwestedt ist, hat Verständnis für die Klausel im Fusionsvertrag. Ein dauerhafter Schutz sei nicht möglich. „Die Filialen haben die Chance, sich zu bewähren und ihren Ergebnisbeitrag innerhalb der Förde-Sparkasse zu leisten“, sagte er. Selbst wenn es keine Fusion gegeben hätte, wäre die Zukunft der Außenstellen nicht absehbar gewesen. Für die Kritik hat er kein Verständnis: „Im Zweckverband wurde alles einstimmig beschlossen, und dazu gehören auch die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden.“

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