Neumünster : Klarer Plan für Facebook & Co

Sebastian Fricke erklärte rund 40 Ehrenamtlern im Saldernhaus, worauf sie beim Auftritt in den Sozialen Medien achten sollten.
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Sebastian Fricke erklärte rund 40 Ehrenamtlern im Saldernhaus, worauf sie beim Auftritt in den Sozialen Medien achten sollten.

Werbefachmann Sebastian Fricke gibt Ehrenamtlichen Tipps zur Gestaltung eines Auftritts in den Sozialen Medien.

shz.de von
08. März 2018, 13:00 Uhr

Neumünster | Mitglieder und Nachwuchs ins Ehrenamt zu locken, fällt vielen Vereinen und Organisationen enorm schwer. Einige versuchen daher, über einen Auftritt in den Sozialen Medien für sich die Werbetrommel zu rühren. Aber wie macht man das, damit es ein Erfolg wird? Einige Tipps konnte Werbeprofi Sebastian Fricke den rund 40 Teilnehmern bei einem vom Seniorenbüro und dem Deutschen Roten Kreuz organisierten Vortrag am Dienstag geben.

Fricke wurde gleich deutlich: „Wenn Sie einfach nur einen Social-Media-Auftritt wollen, weil es alle tun, vergessen Sie es!“ Man müsse ein konkretes Ziel mit seinem Facebook-, Instagram- oder Twitter-Profil verfolgen.

Ein konkretes Ziel haben sowohl Margret Bonin vom Friedensforum als auch Thomas Küster vom Technischen Hilfswerk (THW). „Ich betreue bereits unseren Blog-Auftritt und möchte wissen, ob für unser Friedensforum ein Facebook-Auftritt zusätzlich sinnvoll ist“, begründete Margret Bonin ihren Besuch bei der Veranstaltung. Thomas Küster macht die Öffentlichkeitsarbeit beim THW Neumünster und hat bereits ein Facebook-Konto für seinen Ortsverband. „Mich interessieren eher die Regelmäßigkeit, in der ich Beiträge posten muss und welchen Umfang die haben sollten, damit sie benutzerfreundlich sind“, erklärt Küster.

Viel Berührung mit diesen Kommunikationswegen hatten die wenigsten Teilnehmer. Nur knapp die Hälfte war bei Facebook registriert.

Welche Plattform sich für das eigene Ehrenamt bietet, könne man ganz einfach herausbekommen: „Anhand des fest gelegten Ziels und der Zielgruppe ergibt sich, welche Plattform die passende ist“, so Fricke. Während der Bilderdienst Instagram eher für die schnelle Schnappschuss-Info gedacht ist und ein jüngeres Publikum erreiche, sei Facebook informativer und erreiche auch viele Menschen zwischen 25 und 50 Jahren. Das Zauberwort sei die Reichweite: „Je mehr Leute die eigenen Beiträge sehen, desto höher ist die Reichweite“, so der Werbeagentur-Chef. Diese erhalte man vor allem durch regelmäßiges Posten mindestens dreimal in der Woche sowie Interaktion: „Antworten Sie den Menschen, die Ihre Beiträge kommentieren!“

Wichtig sei außerdem, eine Geschichte zu erzählen. Man müsse die Menschen emotional packen.„Die Regelmäßigkeit der Beiträge ist kein Problem, aber die Interaktion frisst zu viel Zeit“, stellte Margret Bonin fest. Frickes Tipp: „Gönnen Sie sich einen Social-Media-Beauftragten, der idealerweise nicht auch noch die Öffentlichkeitsarbeit machen muss.“

Aber was tut man, wenn man einen Social-Media-Auftritt nur für ein Event hat, wie den Ball des Sportes? „Ich rate Ihnen, keine Seite für ein einzelnes Event oder eine Messe anzulegen, sondern dieses über eine übergeordnete Seite laufen zu lassen, wie in diesem Fall den Kreissportverband“, erklärte der Fachmann. Die Angst vor einem sogenannten „Shitstorm“ sei bei ehrenamtlichen Vereinen eher selten. Man habe zwei Optionen: Reagieren oder Aussitzen. „Häufig regeln sich die Nutzer aber gegenseitig“, sagte Sebastian Fricke.

Teilnehmer Gerd Sigel regte an, einen Workshop zu organisieren, bei dem das theoretische Wissen praktisch verfestigt wird.

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