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Wettbewerb : Klangforscher reisen in die Zukunft

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Radio-AG der Freiherr-vom-Stein-Schule ist für einen bundesweiten Wettbewerb nominiert. Die Preisverleihung ist am 21. Juni in Frankfurt.

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erstellt am 12.Apr.2017 | 09:00 Uhr

Neumünster | Wir schreiben das Jahr 2717. Die Welt ist aufgeteilt in arme und reiche Menschen – und die Armen sind mit einem gefährlichen Virus infiziert. Nur Herr „Zero“ bleibt verschont – und stößt bei seiner Flucht auf eine Zeitmaschine, die ihn in das Jahr 2017 zurückkatapultiert. Diese Geschichte haben sich an der Freiherr-vom-Stein-Schule die fünf Teilnehmer der Radio-AG ausgedacht – und wurden damit prompt für den bundesweiten Klangforscher-Wettbewerb nominiert.

Das kulturelle Bildungsprojekt wird von der PWC-Stiftung „Jugend – Bildung und Kultur“, der Stiftung Zuhören und dem Film-Produktionsbüro „Chunderksen“ unterstützt. Teilnehmen durften Schüler der Klassen 7 bis 10, die zu dem Thema „Listen to the Future – Der Sound unserer Welt von morgen!“ ein vierminütiges Hörstück produzieren sollten.

„Als wir von dem Wettbewerb hörten, war uns sofort klar, dass wir daran teilnehmen. Wir hatten schon seit Längerem die Idee, eine Radio-AG an unserer Schule zu gründen“, sagte die Lehrerin Bettina Schmidt, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Niklas von Kajdacsy das Projekt betreut. Mit Izzet Bicakci (14), Julia Nägler (12), Lea Hufenbach (12), Erik Groskreutz (11) und Tino Stock (12) fanden sich fünf Schüler, die sich mit Feuereifer an die Umsetzung machten. „Anfangs gab es verschiedene Ideen, beispielsweise eine Nachrichten-Sendung oder eine Hör-Comedy. Doch dann haben wir uns für einen Krimi entschieden“, berichtete Izzet Bicakci (14).

Als die Geschichte stand, machten sich die Schüler an die Geräusche. „Wir wollten keine Sounds aus dem Internet herunterladen, sondern alles allein umsetzen“, sagte Izzet Bicakci. Benutzt wurde dafür alles, was nicht niet- und nagelfest war – von der Fensterscheibe über den Wasserspender bis hin zur Paprika. „Das war mitunter recht anspruchsvoll, weil wir nach Geräuschen gesucht haben, die nicht so klingen, als wären sie in der heutigen Zeit entstanden“, erklärte Bettina Schmidt.

Der Einsatz der Schüler zahlte sich aus. Die Klangforscher-Jury, bestehend aus Hörfunk-, Klang- und Sprachexperten, war begeistert und wählte die Stein-Schüler unter die besten zehn Teams. Im März bekamen die Neumünsteraner Besuch von einer professionellen Regieassistentin, die ihnen wertvolle Tipps mit auf den Weg gab. Lehrerin Bettina Schmidt ist besonders stolz darauf, dass die Expertin nur für den Feinschliff sorgen musste: „Alles andere haben die Schüler selbstständig entwickelt und umgesetzt.“

Die Texte des Hörstücks durften sie dann im Studio des Norddeutschen Rundfunks in Hamburg einsprechen. „Das war ein toller Tag“, sagte Tino Stock, der vor einer Herausforderung stand: „Ich spreche immer sehr schnell. Darum musste ich mir Mühe geben, das Ganze langsamer anzugehen.“

Erik Groskreutz ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Das Stück ist sehr gut geworden. Es ist nur ungewohnt, seine eigene Stimme auf Band zu hören.“ Ähnlich sieht es auch Julia Nägler: „Ich denke, wir haben damit eine gute Chance.“

Ob die Stein-Schüler gewonnen haben, entscheidet sich am 21. Juni. Dann fahren drei der Teilnehmer mit ihren beiden Lehrern zur Preisverleihung zum Hessischen Rundfunk nach Frankfurt am Main.

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