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Wegen der Flüchtlinge : Kitas sollen ausgebaut werden

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt rechnet 2017 mit bis zu 120 zusätzlichen Kita-Kindern. Modulbauten sind geplant. Kein Kind soll benachteiligt werden.

shz.de von
erstellt am 29.Jan.2016 | 08:30 Uhr

Neumünster | Die Stadtverwaltung bereitet sich auf einen Ansturm von Flüchtlingskindern ab Herbst auf die Kindertagesstätten vor. 26 zusätzliche Kinder unter sechs Jahren könnten es ab Oktober sein, wenn die Stadt verpflichtet ist, dauerhaft Flüchtlinge aufzunehmen; 118 dann im nächsten Jahr. So sieht nach Angaben von Jörg Asmussen, Fachdienstleiter Frühkindliche Bildung, die Prognose aus.

In den Rathaus-Schubladen liegen deshalb Pläne für 80 weitere Kita-Plätze in der Innenstadt. Sie könnten in einem oder mehreren neu angemieteten Gebäuden oder durch die Errichtung von Modulbauten auf einem städtischen Gelände entstehen. „Für den klassischen Neubau eines festen Gebäudes fehlt uns die Zeit. Der wäre womöglich erst 2020 fertig“, sagt Asmussen. Sein Dilemma: „Wie viele Kinder tatsächlich kommen, kann leider niemand sagen.“ Durch Umzug von schon länger in Schleswig-Holstein lebenden Flüchtlingen vom Land in die Stadt, durch Familiennachzügler oder eine neue Flüchtlingswelle könnten es mehr werden. Genauso gut könnte der Strom aber auch abebben. Der Fachdienstleiter weiß: „Den Flüchtlingen geht es zunächst einmal um ihre Existenz, um Wohnung und Arbeit.“ Die Kleinen in den Kindergarten zu geben, darauf kämen am Anfang wohl nur wenige. Doch das soll sich ändern. Asmussen will die Aufklärungsarbeit verstärken, Vorträge halten und im geplanten „Willkommens-Zentrum“ ein Beratungsbüro einrichten. „Für die Integration und um die Sprache zu lernen ist es wirklich wichtig, dass die Kinder in den Kindergarten gehen“, sagt er.

Um das zu leisten, ist auch mehr Personal nötig. 2,5 zusätzliche Mitarbeiter-Stellen hat die Verwaltung schon mal in den Nachtragshaushalt für dieses Jahr eingestellt. Zehn weitere würden dann im kommenden Jahr benötigt, sagt Asmussen: „Wir stehen mit der Integration vor einer Herkules-Aufgabe. Aber keine Kita soll zur reinen Flüchtlingskita werden.“ Wichtig ist ihm auch, dass kein deutsches Kind benachteiligt wird. „Allen werden wir gerecht“, ist er sicher.

Im Februar trifft sich zum ersten Mal eine neue Arbeitsgruppe mit Kita-Trägern, Vertretern von Schulen und aus der Sozialplanung zu dem Thema. Sie soll ganz konkret festlegen, wo und wie zusätzliche Plätze entstehen können. Bereits im März sollen diese Pläne dann den Kita-Leitungen präsentiert werden.

Entspannt ist Asmussen beim Thema Verpflegung. In der St.-Elisabeth-Kita seien bereits heute Kinder aus 22 Nationen, in der Kita Zwergenland aus 18 Ländern. „Die Küchen, die uns beliefern, sind auf die speziellen Ess-Bedürfnisse vorbereitet. Wenn mehr Flüchtlingskinder kommen, müssen nur die Portionsmengen angepasst werden.“

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