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Holsteinischer Courier

21. August 2017 | 20:34 Uhr

Neue Satzung : Kitagebühren sollen sinken

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Stadt regelt die Elternbeiträge für die städtischen Kindertagesstätten neu. Der Jugendhilfeausschuss plädiert für eine leichte Entlastung der Eltern.

Neumünster | Die neue Gebührensatzung für die städtischen Kindertagesstätten geht nach monatelanger Debatte auf die Zielgerade: Am kommenden Dienstag soll die Ratsversammlung das komplizierte Regelwerk verabschieden, das mit dem neuen Kindergartenjahr im August in Kraft treten soll.

Im Jugendhilfeausschuss gab es am Dienstag jetzt noch einmal letzte Korrekturen – zugunsten der Eltern: Statt wie von der Verwaltung vorgesehen mit 12 Prozent sollen die Eltern jetzt doch nur mit 11 Prozent an den tatsächlichen Betreuungskosten beteiligt werden. Für einkommensschwache Eltern sei auch diese geringe Entlastung „schon viel Geld“; es sei nichts gewonnen, wenn man die Eltern in die Sozialstaffel abdränge, hatte unter anderem Dietrich Mohr (SPD) für den Nachlass geworben. Tatsächlich gibt es einen gültigen Ratsbeschluss, nach dem der Kostendeckungsgrad der Eltern bei 11 Prozent eingefroren werden soll. Die Verwaltung hatte im Satzungsentwurf dennoch mit 12 Prozent gerechnet, weil das den tatsächlich von den Eltern erbrachten Gebühren entspreche, wie Sozialdezernent Günter Humpe-Waßmuth erläuterte.

Nach der neuen Gebührensatzung sollen besser verdienende Eltern künftig stärker, einkommensschwache Eltern tendenziell weniger belastet werden. Ob sie tatsächlich weniger zahlen, hängt allerdings auch von den konkreten Betreuungszeiten ab. So wird die Vormittagsbetreuung von 8 bis 13 Uhr in den meisten Fällen etwas günstiger.

Darüber hinaus soll die neue Satzung den Kitas mehr Flexibilität bei den Betreuungszeiten bieten. So ist jetzt etwa auch eine Dreiviertel-Tag-Betreuung (8 bis 15 Uhr) oder eine Betreuung vor 8 und nach 16 Uhr geregelt.

Verabschiedet hat sich die Verwaltung nach einer Anhörung in den Kitas dagegen von dem Elternwunsch, künftig auch eine Betreuung über die Mittagszeit (12 bis 13 Uhr) ohne Mittagessen anzubieten. „Wir haben uns überzeugen lassen, dass es keine gute Idee ist, wenn das Schnitzel zum Mittag an den Kindern vorbeigeschoben wird oder die Nicht-Esser den Saal verlassen müssen, wenn die anderen zugreifen“, erklärte Jörg Asmussen, Leiter Fachdienst Frühkindliche Bildung. Um die Qualität des Mittagessens zu verbessern, soll der monatliche Kostenbeitrag der Eltern von 41 auf 50 Euro steigen.

Die Entlastung der Eltern ist auch nach der milderen Formel des Ausschusses eher moderat: Nach den neuen Regeln würde etwa ein alleinerziehender Vollzahler (ohne Sozialstaffel) für die Vormittagsbetreuung (8 bis 13 Uhr) seines vierjährigen Kindes 114 Euro zahlen. Bisher waren es 126 Euro. Nach der 12-Prozent-Formel der Verwaltung wären es 124 Euro.

Unabhängig davon, ob die Ratsfraktionen sich auf den höheren oder niedrigeren Satz verständigen, bleiben die Kita-Gebühren in Neumünster im Städtevergleich nach Berechnungen der Stadt günstig: So kostet die 40-Stunden-Betreuung eines unter dreijährigen Kindes in Flensburg 256 Euro, in Kiel 320 Euro und in Lübeck 275 Euro. In Neumünster werden 182 Euro nach der 11-Prozent-Regel und 199 Euro nach der 12-Prozent-Formel berechnet.

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erstellt am 05.Feb.2015 | 06:45 Uhr

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