Boostedt : Kita und Wehr: Alles steht auf Null

Die Bundeswehr beansprucht wieder Gebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände in Boostedt.
Die Bundeswehr beansprucht wieder Gebäude auf dem ehemaligen Kasernengelände in Boostedt.

Die Fraktionen würden die Rückkehr der Bundeswehr begrüßen.

shz.de von
26. Januar 2018, 17:00 Uhr

Latendorf | Die Bundeswehr wird drei Jahre nach dem Abzug möglicherweise doch wieder in die Rantzau-Kaserne einziehen (der Courier berichtete). In der Kommunalpolitik herrscht darüber Konsens, sich der drängenden Fragen nach Kita-Erweiterung und Feuerwehr-Standort unabhängig von der Kasernen-Situation anzunehmen.

„Wir freuen uns, wenn die Bundeswehr wieder kommt, denn die gehört zu Boostedt“, sagte Wolfgang Brückner, Fraktionsvorsitzender der CDU Boostedt. Gleichwohl sei es sehr ärgerlich, „dass Arbeit und Geld, die wir in den Konversionsprozess gesteckt haben, umsonst waren. Ich bin auch dafür, das Geld zurückzufordern.“

Die Konversionspläne, also die zivile Nutzung von Teilen des Geländes, liegen zunächst auf Eis. Weil die Kita und die Feuerwehr dringend mehr Platz brauchen, waren zwei ehemalige Kasernen-Gebäude im Gespräch. „Das ganze Vorhaben löst sich auf. Wichtig ist, dass die Feuerwehr einen neuen Standort bekommt, damit die Kita sicherer wird und sich entwickeln kann“, so Brückner weiter. Die CDU habe ein Gebiet im Sinn, dass sie kommenden Montag im nicht-öffentlichen Teil dem Wege-Werk-und Umweltausschuss vorschlagen möchte.

Helga Heine, Fraktionschefin der Boostedter SPD, meinte auf Anfrage: „So lange noch keine eindeutigen Entscheidungen seitens des Bundes gefallen sind, sind wir gezwungen, abzuwarten. Natürlich sind wir über die Verzögerungen nicht glücklich.“

Freude über eine mögliche Rückkehr herrscht bei den Freien Wählern (FWB). Deren Vorsitzende Marina Weber erklärte: „Die FWB würde es begrüßen, wenn die Bundeswehr zurück kommt. Für uns wäre allerdings ein gemeinsamer Standort von Erstaufnahme und Bundeswehr mit Rücksicht auf traumatisierte Flüchtlinge nicht vereinbar.“ Daher begrüße sie einen anderen Standort für die Erstaufnahme, zum Beispiel Glückstadt. Zur Konversion sagte sie: „Wir müssen uns den Fragen nach Kindergarten und Feuerwehr wieder neu stellen und die Unsicherheit in Hinblick auf die Bundeswehr außer Acht lassen.“

Aus dem schleswig-holsteinischen Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration hieß es, dass Staatssekretär Torsten Geerdts sich zunächst „aufgrund derzeit laufender Gespräche mit Bundes- und Landtagsabgeordneten, dem Boostedter Bürgermeister, dem Oberbürgermeister der Stadt Neumünster und Vertretern der Bundeswehr“ nicht äußern möchte.





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