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Familienzentrum : Kita und Jugend unter einem Dach

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jugendhilfeausschuss gibt grünes Licht für das Millionenprojekt. Das AJZ soll an die Anscharstraße umziehen

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2014 | 07:30 Uhr

Neumünster | Die Planungen für das neue Familienzentrum an der Werderstraße haben die nächste Hürde genommen. Mit sechs Ja-Stimmen bei vier Enthaltungen gab der Jugendhilfeausschuss am Dienstagabend grundsätzlich grünes Licht für die ehrgeizigen Pläne, auf dem freien Eckgrundstück der ehemaligen Sick-Kaserne eine Kombination aus Kita und Jugendzentrum zu errichten.

Nach den Vorstellungen der Stadt sollte nicht wie ursprünglich vorgesehen die Wobau als Grundstückseignerin, sondern die Stadt selbst den auf gut 3,3 Millionen Euro taxierten Bau realisieren. Die Stadt könnte dann erhebliche Fördermittel einplanen. Unter dem Strich käme die Stadt bei diesem Modell wesentlich günstiger weg, als wenn sie über Jahrzehnte als Mieter der Wobau auftreten würde.

Der Neubau soll zum einen dem bislang an der Wasbeker Straße beheimateten Projekthaus eine neue Bleibe bieten, zum anderen eine neue Kita mit bis zu 20 Krippen- und 40 Kindergartenplätzen vorzugsweise für den stark unterversorgten Stadtwesten aufnehmen.

Während Esther Hartmann (BFB) in der Debatte zunächst noch Zweifel anmeldete, „ob die Kombination Jugendzentrum und Kita unter einem Dach wirklich passt“, begrüßte Dietrich Mohr (SPD) das Konzept ausdrücklich. Er verwies – wie zuvor auch die Verwaltung – auf die einschlägigen Erfahrungen mit so genannten Familienzentren. Experten zufolge haben sich die Zentren als niedrigschwellige Anlaufpunkte gerade für Eltern bewährt, die Hilfe bei der Erziehung ihrer Kinder suchen. Eine entsprechende Ausstrahlung erhofft man sich offenbar auch vom Familienzentrum an der Werderstraße.

Ein einstimmiges Ja gab es auch für die geplante Verlagerung des freien Jugendzentrums AJZ (Aktion Jugendzentrum) ins Vicelinviertel. Wegen des schlechten Gebäudezustandes an der Friedrichstraße sucht der Trägerverein seit längerem ein neues Quartier für sein alternatives Freizeitheim, das fest ins Konzept der städtischen Jugendarbeit eingebunden ist.

Die Stadtplaner wollen das AJZ jetzt in einer ehemaligen Fabrikhalle zwischen Anscharstraße und Kieler Straße unterbringen. Das zweigeschossige Gebäude ist seit längerem im Besitz der Stadt. Für die Instandsetzung veranschlagen die Planer Kosten von 2,1 Millionen Euro. Rund 800 000 Euro könnten über die Städtebauförderung eingeworben werden. Da das AJZ lediglich das Erdgeschoss belegen würde, schlägt die Stadt vor, das Obergeschoss gewerblich zu nutzen. Als Mieter würden nach Ansicht der Stadt etwa kleine Betriebe der Kultur- und Kreativwirtschaft, etwa eine Werbeagentur, ein Verlag oder Architektenbüroüro zum AJZ-Betrieb passen. Der Ausschuss gab jetzt zunächst für die weiteren Planungen sein Okay. Das letzte Wort sowohl zum Familienzentrum, als auch zum Projekthaus hat die Ratsversammlung im November.

Kommentar:

Gute Lösung

Seien wir ehrlich: Das AJZ an der Friedrichstraße war von Anfang an keine optimale Lösung.  Der  lautstarke Jugendtreff inmitten der Wohnbebauung wurde nicht nur von vielen Nachbarn als störend empfunden. Wahr ist aber auch, dass der Treff im Gefüge der städtischen Jugendarbeit eine wichtige Rolle spielt. Insofern wäre der  Umzug in die freistehende Fabrikhalle an der Anscharstraße eine gute Alternative.

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