Medienkompetenz-Projekt : Kita-Kinder machen einen Trickfilm

Unten werden die Schafe zu einer Szene gepuzzelt, oben fotografieren (von links) Ecrin, Ardita, Jasmin und Joshua (alle sechs Jahre) mit einem I-Pad-Computer die biblische Filmszene und setzen so neue Medien kreativ ein.
Unten werden die Schafe zu einer Szene gepuzzelt, oben fotografieren (von links) Ecrin, Ardita, Jasmin und Joshua (alle sechs Jahre) mit einem I-Pad-Computer die biblische Filmszene und setzen so neue Medien kreativ ein.

Fortbildung „Medien sind überall“ soll Erzieher fit für neue Medien machen und Kindern einen kompetenten Umgang beibringen

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05. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Neumünster | Maria und Joseph werden auf den Tisch gelegt, Jesus in die Krippe, Stroh und Palmwedel dazu – dann sind Ecrin, Ardita, Jasmin und Joshua zufrieden. Die vier „Bären“-Kinder der katholischen Kita St. Elisabeth puzzeln seit einer Woche an einem „Stop-Motion“-Trickfilm über die biblische Weihnachtsgeschichte aus einzeln fotografierten Bildern. Das Besondere: Sie benutzen dafür einen I-Pad-Computer. Das Projekt gehört zur landesweiten Kita-Mitarbeiter-Fortbildung „Medien sind überall“ des Offenen Kanals Schleswig-Holstein (OK) und der Volkshochschulen; die Kita ist die einzige der Stadt, die daran teilnimmt.

Computer & Co. sind längst auf dem Durchmarsch in die Kinderzimmer. Laut einer Studie besitzen oder nutzen Kinder unter sechs Jahren zu 60 Prozent CD-Player, zu 50 Prozent Handy/Smartphone und Spielkonsole, zu 22 Prozent Computer/Laptop, sagt OK-Leiter Peter Willers. Nach der Erfahrung der Erzieher nimmt der Medienkonsum überhand: „Wenn Kinder montags vom Wochenende erzählen, dauert es oft den ganzen Vormittag, bis sie erzählt haben, welche Filme sie sahen“, sagt Dennis Fernberg, pädagogischer Kita-Leiter. Kinder werden nicht selten quasi vor dem Schirm „geparkt“, sagt er. Kinder sollten aber lernen, mit Medien bedacht und kompetent umzugehen und ihre Möglichkeiten erfahren – so ist das Ziel der Fortbildung. Erzieher bekommen in fünf ganztägigen Modulen Kenntnisse über PC-Grundlagen, Internet, Fotos, Trickfilme, Töne, Handys und realisieren ein Projekt mit ihren Kindern. „Es ist wichtig, dass Erzieher, auch ältere, wissen, wie man ein Smartphone bedientt oder welche Apps es gibt“, betont Fernberg. In der Kita dachten sich Stefanie Meyer (30) und Dorina Harbs (42) den biblischen Trickfilm aus: „Die Kinder sollen ihre eigene Phantasie benutzen und sehen, dass man mehr als surfen oder auf Youtube gehen kann“, sagen sie. Die Bärenkinder waren auch als Reporter in der Kita unterwegs, fragten andere Kinder nach ihren Geräten. Andere Projekte beschäftigen sich laut Willers mit Hörgeschichten, Klangreisen, einer Geräuschejagd oder einer Bilderrallye.

Das letzte Modul der Fortbildung beschäftigt sich mit der Elternarbeit – ein wichtiges Thema, denn Computer & Co. sind auch Statussymbole. „Manche Eltern sind stolz darauf, dass schon Dreijährige einen Blue-Ray-Abspieler haben. Dann ist das schwer zu vermitteln“, sagt Fernberg. An dieser Schnittstelle können Eltern-Medien-Lotsen zum Einsatz kommen, die in Kooperation von Jugendministerium und OK landesweit ausgebildet wurden, ergänzt Willers.

Die Fortbildung ist nach Aussage des OK-Leiters in Norddeutschland einmalig; 16 Erzieher nehmen teil. Im Internet: www.medienkompetenz.schleswig-holstein.de.

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