Aukrug : Kirchen-Kita schließt im Sommer

„Die Kirchenzwerge, das sind wir“: Die sozialpädagogische Assistentin Kerstin Ingwersen (links) und Kita-Leiterin Elke Bern singen  mit ihren Schützlingen.  Am 24. Juli schließt die Kita.
„Die Kirchenzwerge, das sind wir“: Die sozialpädagogische Assistentin Kerstin Ingwersen (links) und Kita-Leiterin Elke Bern singen mit ihren Schützlingen. Am 24. Juli schließt die Kita.

Etwa 20 Kinder werden pro Jahr in der Gemeinde geboren – zu wenig für zwei Kitas in der Gemeinde.

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02. April 2014, 08:00 Uhr

Aukrug | Die Kindertagesstätte der Kirchengemeinde Aukrug erhält keine Betriebserlaubnis für das nächste Kindergartenjahr und wird am 24. Juli ihre Pforten schließen. „Unsere Kirchenzwerge waren ein Schatz, den wir nun leider aufgeben müssen“, bedauert Pastorin Christina Leykum. Der Grund: Es gibt zu wenig Kinder in der Gemeinde. In Aukrug gibt es dann nur noch die kommunale Kita.

Nur noch bis zum 24. Juli wird im Saal des kirchlichen Gemeindehauses gesungen und gespielt. „Wir haben insgesamt nicht genug Kinder im Ort für zwei Kitas, und darum heißt es nun nach 24 Jahren: Jetzt war’s das!“, stellt Pastorin Christina Leykum fest. Die Kinderstube der Kirchengemeinde Aukrug wurde am 22. August 1990 eröffnet. Ab 1994 gab es zwei Gruppen – die Teddybären und die Schmetterlinge. 2002 kam sogar eine dritte Gruppe hinzu: die Kirchenmäuse. Kinderstuben- und Krippenbereich wurden 2011 zusammengefasst. „Dadurch sind wir erst eine Kita geworden, die unter das Kita-Gesetz fällt“, erläutert Christina Leykum. „Die Betriebserlaubnis haben wir nur mittelfristig erhalten; der Bürgermeister hat uns von vornherein gesagt, dass wir keinen Bestand haben werden.“ Etwa 20 Kinder werden pro Jahr in Aukrug geboren. „Da fehlt ganz einfach der Nachwuchs, um unsere Einrichtung aufrecht zu erhalten, wenn die Gruppen der kommunalen Kita nicht voll belegt sind.“

20 „Kirchenzwerge“ werden derzeit von Kita-Chefin Elke Bern und den beiden sozialpädagogischen Assistentinnen Kerstin Ingwersen und Tatjana Maul betreut. Mit 15 Kindern (zehnmal „Ü3“ und fünfmal „U3“) ist die Kita ausgelastet, und mehr als 15 Mädchen und Jungen sind auch nie gleichzeitig im Gemeindehaus, weil die Kita ein elternfreundliches „Platz-Sharing“-Modell angeboten hat: Kinder konnten für zwei, drei oder alle fünf Wochentage angemeldet werden.

Bei einer Informationsveranstaltung wurde den Müttern und Vätern das offizielle Aus für die Kita mitgeteilt. Die drei Kita-Mitarbeiterinnen haben das Angebot erhalten, in die kommunale Einrichtung zu wechseln.

Die Kirchengemeinde will sich bemühen, nach dem Auszug der „Kirchenzwerge“ neue Konzepte für die Kinder- und Jugendarbeit zu entwickeln. „Es wird neue Angebote geben“, kündigt Christina Leykum an. Geplant sind unter anderem Konfirmandenunterricht für die vierten Grundschulklassen, ein Kinderchor sowie eine Krabbelgruppen-Kooperation mit der kommunalen Kita.

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