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Am Alten Kirchhof : Kirche eröffnet „Wiedereintrittsstelle“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am Alten Kirchhof 8 können Menschen ohne Gespräch mit einem Pastor oder dem Propst wieder der evangelisch-lutherischen Kirche beitreten.

shz.de von
erstellt am 26.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Neumünster | Der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Altholstein hat jetzt in Neumünster die erste Wiedereintrittsstelle in der Stadt eingerichtet. Propst Stefan Block montierte persönlich das Hinweisschild am Haus Am Alten Kirchhof 8 an. Hier kann man ab sofort unbürokratisch und schnell wieder Mitglied der evangelischen Kirche werden. Dafür muss man sich nicht an seine Heimatgemeinde wenden.

Propst Stefan Block findet diesen Ort ideal: „Er liegt im Zentrum, hier kommen viele Berufspendler auf dem Weg zum Bahnhof vorbei, und es ist eine neutrale Stelle.“ Neutral deshalb, weil man nicht beim Propst oder Pastor wieder in die Kirche eintritt. Anlaufstelle ist vielmehr Heidi Peters. Alles, was die Propstsekretärin für den Wiedereintritt braucht, ist eine Taufurkunde oder einen Nachweis über den Austritt. Wer weder das Eine noch das Andere mehr findet, kann dennoch wieder Mitglied der evangelischen Kirche werden. „Wir gehen dann auf die Suche in unseren Melderegistern“, erklärt Stefanie Rasmussen-Brodersen, Pressesprecherin des Kirchenkreises Altholstein.

Die Einrichtung der ersten Wiedereintrittsstelle in Neumünster hat maßgeblich Propst Stefan Block vorangebracht. Bei vielen Begegnungen wird der leitende Geistliche gefragt, wo man denn wieder in die Kirche eintreten könne. „Manche erzählen dann auch, dass sie diesen Schritt nicht bei ihrem Pastor vor Ort tun möchten“, erklärt Block. „Manchmal war die Gemeinde vielleicht sogar Grund für den Austritt“, ergänzt Stefanie Rasmussen-Brodersen. Zudem scheuten einige den persönlichen Kontakt oder hätten Sorge, ihren Glauben mit Prüfungen unter Beweis stellen zu müssen. „Bei uns muss aber niemand das Glaubensbekenntnis aufsagen oder Rechenschaft ablegen“, bekräftigt der Propst. Wer allerdings über den formellen Wiedereintritt ein seelsorgerliches Gespräch wünsche, dem werde zugehört.

Rund 3000 Menschen sind im vergangenen Jahr wieder Mitglied der Landeskirche geworden. Gründe für den Wiedereintritt gibt es einige. „Manche fühlten sich als Jugendliche und junge Erwachsene nicht angesprochen. Wenn sie aber selbst Kinder haben, findet ein Umdenkprozess statt“, nennt Stefanie Rasmussen-Brodersen ein Beispiel.

Auffällig: Auch viele Senioren treten mit Beginn ihrer Rente wieder der Glaubensgemeinschaft bei. „Sie suchen dann eine ehrenamtliche Aufgabe, bei der sie sich engagieren können, etwa in der kirchlichen Flüchtlingsarbeit.“ Schließlich müssen manche Mitglied der Kirche sein, um einen Job in diesem Bereich antreten zu können. „Ich habe festgestellt, dass sich alle viele Gedanken vor diesem Schritt machen“, sagt Stefanie Rasmussen-Brodersen.

In der Wiedereintrittsstelle kann die Gemeinde, der man angehören möchte, frei gewählt werden. Geöffnet ist sie montags bis freitags zu den Bürozeiten.

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