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Blauer Elefant : Kinderschutzbund plant Kita-Neubau

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Gebäude an der Plöner Straße entspricht nicht den baurechtlichen Vorschriften. Das neue Domizil soll an der Brachenfelder Straße 8 entstehen.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2017 | 08:20 Uhr

Neumünster | Der Kinderschutzbund möchte mit seiner Kindertagesstätte Blauer Elefant in ein neues Domizil ziehen. Geplant ist ein Neubau als Ersatz für die bestehenden Räume an der Plöner Straße. Der entsprechende Antrag der Verwaltung soll in den kommenden Wochen in den Ausschüssen beraten werden, eine finale Entscheidung über das Projekt trifft am 14. Februar die Ratsversammlung.

Hintergrund für den geplanten Neubau ist das Ergebnis einer Brandschau im April 2015. Dabei wurde festgestellt, dass das für die Kita genutzte Gebäude nicht den aktuellen baurechtlichen Vorschriften entspricht. „Bemängelt wurden unter anderem die sehr engen Räume und der fehlende zweite Rettungsweg für die Kita-Gruppen im Obergeschoss“, erklärt Geschäftsführer Till Pfaff. Dem Kinderschutzbund wurde daraufhin die Nutzung der oberen Räume untersagt. Als Konsequenz mussten zwei Krippengruppen geschlossen werden (der Courier berichtete). „Das hat uns damals hart getroffen“, sagt Pfaff.

Die derzeit vorhandenen Gruppen – zwei Krippengruppen mit jeweils zehn Kindern und eine Outdoor-Gruppe mit 20 Kindern – sind wegen der problematischen Unterbringung durch die untere Bauaufsichtsbehörde und die Heimaufsicht des Landes nur geduldet. Die Frist endet am 31. Juli 2017 – bis dahin muss zumindest der Bauantrag für den Ersatzneubau eingereicht werden.

Gemeinsam mit dem Fachdienst Frühkindliche Bildung, dem Bauamt, der Heimaufsicht, der Politik und einem Architekten wurde in diversen Gesprächen nach einer Lösung gesucht. Schnell wurde klar: Um sämtliche Auflagen zu erfüllen, würden Kosten in Höhe von rund 421  000 Euro entstehen. Dadurch wären allerdings nur die bauseitigen Auflagen und die gesetzlichen Mindestansprüche abgedeckt gewesen. Die heutigen Standards, für jede Krippengruppe einen Ruheraum, spezielle Förderräume und einen Bewegungsraum vorzuhalten, wären aufgrund des Platzmangels nicht umsetzbar gewesen. Für Till Pfaff kam diese Lösung nicht in Frage: „Wenn wir so viel Geld in die Hand nehmen, dann soll das Ganze auch zukunftsfähig sein.“

Nach dem Antrag des Kinderschutzbunds soll der Neubau des Blauen Elefanten an der Stelle der jetzigen Villa an der Brachenfelder Straße 8 entstehen. In dem Gebäude, das dem Kinderschutzbund gehört, ist derzeit die Fachberatungsstelle untergebracht, die nach einem Abriss in die Räume an der Plöner Straße ziehen soll. In dem Neubau soll laut Pfaff eine zusätzliche Elementargruppe entstehen: „Wir können dadurch 22 neue Plätze schaffen und dem hohen Bedarf gerecht werden.“

Die Kosten für den Neubau werden mit rund 1,95 Millionen Euro veranschlagt. 484  000 Euro werden vom Land zur Verfügung gestellt, ein weiterer Anteil wird durch Mittel aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz durch den Bund gedeckt. Der Anteil der Stadt liegt nach aktuellen Berechnungen bei rund 925  000 Euro. Sollten die Mittel aus dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz noch einmal aufgestockt werden, würde sich diese Summe auf rund 756  000 Euro verringern. Der Kinderschutzbund selbst übernimmt einen Eigenanteil in Höhe von rund 195  000 Euro. Till Pfaff erklärt das Prozedere: „Wir werden zwei Kredite aufnehmen – einen für unseren Anteil und einen für den Anteil der Stadt. Die Stadt zahlt uns dann mit einer Laufzeit von 20 Jahren die Fördersumme in Form von Zins- und Tilgungsraten.“

Ein konkreter Zeitplan für das Projekt steht derzeit noch nicht fest. „Ich peile Mitte 2018 an. Bis Ende des kommenden Jahres möchte ich mit allem gerne durch sein“, sagt Pfaff, der großen Wert darauf legt, seine Mitarbeiter bei der Ausgestaltung des neuen Gebäudes mit einzubeziehen: „Wir wollen uns auf jeden Fall Eindrücke aus anderen Kitas holen, beispielsweise aus Dänemark.“ Erste Ideen gibt es bereits: Geplant ist unter anderem ein bespielbares Dach auf dem neuen Gebäude. Pfaff und sein Team brennen darauf, möglichst bald loslegen zu können: „Sollte die Ratsversammlung grünes Licht geben, hätten wir die Möglichkeit, die Kita so zu gestalten, wie es zu unserem Auftrag und zu unserer Vorstellung von Kita und Kinderschutz passt.“

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