Kinderpornos: Bewährung für 50-jährigen Neumünsteraner

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21. Juni 2019, 11:55 Uhr

Neumünster | Wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischer Bilder hat das Amtsgericht Neumünster am Freitag einen 50-jährigen Neumünsteraner zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Außerdem muss der arbeitslose Mann 150 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und innerhalb von sechs Monaten eine sexualtherapeutische Behandlung beginnen. Damit das klappt, stellte der Richter den Mann für zwei Jahre unter Aufsicht eines Bewährungshelfers.

Der Mann hatte zuvor zugegeben, seit Dezember 2016 in mindestens drei Fällen einschlägige Bild- und Videodateien mit einem gesondert verfolgten Mittäter getauscht zu haben. Die beiden Männer hatten die Dateien über ihre Handys ausgetauscht, nachdem sie sich vorab über ein lokales Kontaktforum bei einem privaten TV-Sender kennengelernt hatten. Dort hatte sich der ledige Neumünsteraner vor drei Jahren mit einer Suchanzeige angemeldet, um nach „Fotos ab 18 Jahren“ zu fahnden, wie er versicherte.

Dass bei den getauschten Bildern auch kinderpornografische Aufnahmen dabei waren, will er „zunächst gar nicht bemerkt“ haben: „Ich habe viele Dateien einfach abgespeichert, ohne sie genauer anzuschauen“, versicherte der Neumünsteraner.

Der Staatsanwalt mochte das nicht glauben, immerhin hatten die Fahnder bei einer Wohnungsdurchsuchung rund 600 kinderpornografische Fotos sichergestellt. Und: „Wenn Sie legale ‚Bilder ab 18‘ suchten, wieso sind Sie dann den komplizierten Weg über eine Tauschbörse gegangen? Das Netz ist doch voll von solchen Bildern!“

Eine klare Antwort darauf wusste der Angeklagte nicht.

Weil der Mann bislang unbescholten ist, ging aber auch der Staatsanwalt von einem einmaligen Fehltritt aus.

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