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Gerichtsbericht : Kinderpornos auf dem Rechner: Bewährungsstrafe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Neumünsteraner soll kinderpornografische Filme über seinen Computer weiter verteilt haben.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | „Ich werde so etwas nie wieder tun.“ Sichtlich bestürzt  versprach der Angeklagte (28) dem Amtsrichter gestern  Besserung.  Zuvor hatte der Neumünsteraner zugegeben, einige Monate lang   Videos mit kinderpornografischem  Inhalt  auf seinem Computer gespeichert zu haben. Außerdem stellte er die verbotenen Filme anderen Nutzern  zur Verfügung.  Jetzt musste er sich wegen Verbreitung und Besitzes kinderpornografischer Schriften vor Gericht verantworten. Mitarbeiter des  Bundeskriminalamts (BKA) waren  ihm im Frühjahr 2014 auf die Schliche gekommen, als  sie  das spezielle Netzwerk durchsuchten.

Es handelte sich dabei um sogenanntes  „File Sharing“. Dabei  werden  spezielle Programme verwendet, mit deren Hilfe ein besonderes Netzwerk aufgebaut wird. Innerhalb dieses Netzwerks stellen die Nutzer auf dem eigenen Computer  dann Dateien zum Austausch zur Verfügung beziehungsweise  laden sich von anderen Nutzern Dateien auf ihren PC herunter.

Der Neumünsteraner soll laut Anklage ab  November 2013 entsprechende Videos heruntergeladen, gespeichert und  anderen Nutzern zur Verfügung gestellt haben. Im März 2014 soll er rund 70 Kinderpornos besessen haben. Die Ermittler fanden entsprechende Filme und Bilder, nachdem sie den Computer der jungen Mannes beschlagnahmt und ausgewertet hatten.

„Ich habe das nicht aus sexuellen Gründen genutzt“, beteuerte der Mann vor Gericht.   „Es war nur irgendwie spannend zu gucken, was man da alles runterladen kann. Ich hatte das Programm nur wegen einiger  Spiele und Musik“, sagte der Gelegenheitsarbeiter. Die Kinderpornos, auf die er eher zufällig gestoßen sein will, habe er danach  „irgendwie vergessen“.  Mit solchem Material habe er sich nach dem Besuch der Polizei vor zwei Jahren „nie wieder beschäftigt“, beteuerte er.

So ganz mochte der Richter der Version des Angeklagten in seinem Urteil nicht glauben. Er verurteilte ihn zu sieben Monaten Haft, die allerdings auf zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden.  Damit folgte der Richter im Wesentlichen der Vorstellung der Staatsanwaltschaft. Im ersten Jahr soll dem Angeklagten  ein Bewährungshelfer zur Seite stehen. Außerdem muss der 28-Jährige, der nicht vorbestraft ist,  40 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Wichtig war dem Richter außerdem, dass der Angeklagte  ein besonderes Beratungsgespräch absolviert, in dem geprüft wird, ob er pädophile Neigungen hat.  „Durch Herunterladen und Zur-Verfügung-Stellen von Kinderpornografie entsteht ein Markt. Diese Filme müssen hergestellt werden – mit dem entsprechenden Folgen für die Kinder“, mahnte der Richter.

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