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Anschargemeinde : Kindergartenzeit hinterlässt Spuren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Anschar-Kindergarten feierte Geburtstag, doch noch ist nicht klar, der wievielte es ist.

shz.de von
erstellt am 21.Jun.2015 | 12:00 Uhr

Neumünster | „Spurensuche. Wie alt ist unser Kindergarten?“ Unter diesem Motto feierte der Anschar-Kindergarten gestern seinen Geburtstag mit einem Gottesdienst und anschließendem Fest. Wie bei jeder guten Geburtstagsfeier kamen viele Gäste, es gab leckeren Kuchen, es wurde gesungen und gelacht, und zum Schluss stiegen mit Wunschkarten versehene Ballons gen Himmel. „Rundum gelungen“ waren sich die 50 Erwachsenen und 30 Kinder einig.

Dass man auch gestern immer noch nicht wusste, welcher Geburtstag eigentlich gefeiert wurde, ob nun der 75. oder gar der 80., tat der Stimmung keinen Abbruch. Für Pastorin Angelika Doege-Baden-Rühlmann lieferte die Ungewissheit sogar das Thema ihres Gottesdienstes. Bei der Recherche nach dem Gründungsdatum fiel ihr ein falsches Datum in die Hände, der Courier berichtete darüber und die Pastorin erhielt zahlreiche Anrufe von ehemaligen Kindergartenbesuchern. „Das kann nicht sein“, belehrten sie die Pastorin. „Nach dem Artikel wurde es hier richtig aufregend“, erzählte Doege-Baden-Rühlmann. Während der langen Gespräche wurde ihr klar, dass die Kindergartenzeit Spuren hinterlässt. „Auch nach Jahrzehnten erinnern sich viele Menschen noch lebhaft an Begegnungen und Geschichten aus ihrer Vorschulzeit“, sagte die Pastorin. Elke Burghard kann das nur bestätigen. Die heute 80-Jährige besuchte den Anschar-Kindergarten von 1940 bis 41 und war gestern nach eigenen Angaben das älteste ehemalige Kindergartenkind der Feier. „Wir liebten unsere Tante Gerda“, erinnerte sich Elke Burghard. Ihre damalige Kindergärtnerin hatte für jedes Problem eine Lösung parat. „Als wir zum Muttertag Blumentöpfe bemalen sollten, fing ein Mädchen an zu weinen. Ihre Mutter sei doch tot. Tante Gerda nahm das Mädchen in den Arm und versprach, am Muttertag mit ihr ans Grab zu gehen und den Blumentopf dort abzustellen. Diese Geschichte finde ich so toll, die habe ich bis heute nicht vergessen“, sagte Elke Burghard. Derartige Spuren möchte auch Angelika Doege-Baden-Rühlmann bei den heutigen Kindergartenkindern hinterlassen. „Wer weiß“, sagte sie während des Gottesdienstes, „vielleicht erinnert ihr euch in 50 Jahren an unser heutiges Fest und lacht darüber, dass wir nicht wussten, den wievielten Geburtstag wir feierten.“ Sie selbst habe die Suche nicht aufgeben, verriet die Pastorin. Durch Elke Burghard wisse man jetzt, dass der Kindergarten vor 75 Jahren bereits bestand. Sie vermute aber, dass er älter ist. „Die Anscharkirche besteht seit 1913, viele Frauen arbeiteten zu der Zeit in den Fabriken. Ich kann mir gut vorstellen, dass es Betreuungsgruppen gab hat. Falls jemand Genaueres weiß, würde ich mich über einen Anruf freuen.“ 



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