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Ratsversammlung : Kinderferiendorf soll im Stadtwald bleiben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

SPD scheiterte mit Vorschlag einer Verlagerung. Einrichtung soll von Sponsoren am angestammten Standort saniert werden.

Neumünster | Die SPD ist in der Ratsversammlung mit ihrem Vorstoß abgeblitzt, das Kinderferiendorf dichter an das Bad am Stadtwald zu verlegen. Alle anderen Parteien wollen die seit 1961 bestehende Einrichtung am angestammten Standort belassen. Der Lions-Club Neumünster-Holsten hatte sich angeboten, dort das baufälligste Gebäude mit Sponsorenhilfe des Bahnwerks und der Firma Guder Strahltechnik zu sanieren (der Courier berichtete).

SPD-Ratsherr Bernd Delfs dankte den Firmen ausdrücklich für dieses Engagement, denn die Stadt wolle kein Geld bereit stellen. Er warb jedoch ebenso nachdrücklich für die Idee eines Umzugs. „An der jetzigen Stelle ist baurechtlich vieles nicht möglich“, so Delfs: „Die SPD möchte ein nostalgisches, aber auch modernes Kinderferiendorf mit beheizbaren Räumen, die energetisch saniert sind.“

Als Standort schwebt der SPD entweder eine Freifläche bei der Freien Turnerschaft oder am Olympia-Gelände vor. „Natürlich muss das von der Verwaltung mit den Vereinen besprochen werden“, sagte Delfs und nannte nochmals die Vorteile dort: Die Nähe zum Freibad und zur Wohnbebauung, die Busanbindung, die Möglichkeit eines Fernwärmeanschlusses. Außerdem könne das neue Feriendorf durch die Vereine mit genutzt werden. Die SPD wolle „nicht verhindern, sondern gestalten“, sagte Delfs und brachte auch die gesetzlich geforderte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an den Planungen ins Spiel.

FDP-Fraktionschef Reinhard Ruge konnte sich mit vielen Aspekten des SPD-Vorstoßes anfreunden. Den SPD-Vorschlag, eine Mitwirkung von Jugendlichen ohne Berufsabschluss sowie Langzeitarbeitslosen quasi als Qualifizierungsmaßnahme zu prüfen, machten sich die Liberalen sogar in einem eigenen Änderungsantrag zur Vorlage der Verwaltung zu eigen. Doch beim entscheidenden Punkt ging Ruge nicht konform: „Mit einem Standortwechsel würde das pädagogische Konzept des Kinderferiendorfes geändert.“ Die Sanierung mit Sponsoren sei „zielführend“.

Das sah der CDU-Ratsfraktionsvorsitzende Gerd Kühl genauso. Die Verwaltung, insbesondere SPD-Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth, hätten ihren Ratsauftrag „sehr gut erledigt“. Die Sanierung des Kinderferiendorfes könne funktionieren. Alles andere würde dem Ehrenamt einen „Tritt vors Schienbein versetzen“, so Kühl. Man sollte den Service-Clubs so nicht begegnen und dankend ihren Vorschlag annehmen.

Hans Heinrich Voigt von den Grünen nannte das „Querdenken“ der SPD grundsätzlich gut – „man nennt das Dialektik“. Die schon oft erörterte Frage eines ganzjährigen Betriebs des Kinderferiendorfs sei aber immer wieder schnell in der Schublade verschwunden. Eine Standortverlagerung kommt für ihn und die Grünen nicht in Frage. Voigt: „Der größte Schatz ist der Standort im Stadtwald.“

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erstellt am 18.Nov.2015 | 18:10 Uhr

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