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Historische Fotos : Kinderferiendorf aus prominentem Holz

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

1961 wurde das Dorf im Stadtwald eingeweiht. Gebaut ist es aus dem Holz der legendären „SPD-Baracke“ in Bonn

von
erstellt am 15.Aug.2015 | 18:00 Uhr

Neumünster | Neumünster in Schwarz-Weiß: Das war eine Schlagzeile: „Das erste Jugendferiendorf Norddeutschlands wurde im September 1961 nach einjähriger Bauzeit im Stadtwald von Neumünster eingeweiht.“ Mit dieser Nachricht versendete damals die Deutsche Presse-Agentur (dpa) ein Foto, das der damalige Courier-Fotograf Walter Erben gemacht hatte.

Im Text zu dem Foto (rechts, oben) hieß es damals: „In neun Blockhäusern können 80 Kinder untergebracht werden. Sie werden in den Sommerferien morgens mit einem Omnibus abgeholt, verbringen den Tag im Jugenddorf und werden abends wieder nach Hause gebracht. In den Sommerferien dient das Jugendferiendorf der ,Stadtranderholung‘, die von der Stadt Neumünster vor sechs Jahren für hilfs- und erholungsbedürftige Kinder eingeführt wurde. Die Jungen und Mädchen werden jeweils 14 Tage dort betreut. Außerhalb der Ferien wird die Einrichtung von Schulklassen benutzt, um einen naturverbundenen Unterricht zu ermöglichen.“

Das Holz der Hütten hat eine noch viel längere Geschichte: Als die legendäre „Baracke“ der SPD in Bonn abgebrochen wurde, gelang es den Neumünsteranern, das Holz billig in ihre Stadt zu holen und damit das Dorf zu bauen.

Das Feriendorf gibt es immer noch, aber die guten Zeiten sind längst vorbei. In den Ferien wird es derzeit für Tagesveranstaltungen genutzt, allerdings ohne Übernachtungen in den nicht mehr zeitgemäß ausgestatteten Hütten. Seniorensportler treffen sich dort gelegentlich, und Besuchergruppen aus den Partnerstädten wird die lauschig gelegene Einrichtung auch gern vorgeführt.

Allerdings verschlingt allein der Erhalt der Substanz enorm viel Geld. Darum war im städtischen Sparpaket von 2010 beschlossen worden, das Dorf endgültig zu schließen und zu verkaufen. Die Ratsversammlung vom April 2015 hat aber beschlossen, es wieder zu neuem Leben zu erwecken. Die Verwaltung soll dafür bis nach der Sommerpause Vorschläge machen.

 

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