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Projekt im Museum : Kinder werden zu Krimi-Autoren

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Museum Tuch + Technik lernen die Teilnehmer des Projekts „Museobilbox“, wie eine spannende Geschichte zu Papier gebracht wird.

von
erstellt am 23.Okt.2015 | 17:00 Uhr

Neumünster | Große Aufregung am Kleinflecken: Im Museum Tuch  +  Technik sind in dieser Woche diverse Kunstobjekte gestohlen worden. Was nach einem echten Kriminalfall klingt, ist auch einer – allerdings nur in fiktiver Form. Zusammen mit dem Projekthaus veranstaltet das Museum seit Montag eine Krimi-Werkstatt für Kinder. Unter der Anleitung einer professionellen Autorin bringen die Teilnehmer eine spannende Geschichte zu Papier und präsentieren diese im Anschluss in einem Figurentheater. Das Projekt ist Teil der Reihe „Museobilbox“, die bereits zum zehnten Mal vom Projekthaus, dem Museum und dem Kieler Kinderkulturbüro angeboten wird.

Die zehnjährige Laura hat sich für ihre Geschichte ein ganz besonderes Szenario ausgedacht: Ein Mann lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in einer Nissenhütte. Plötzlich steigt ein Räuber durch das Fenster ein, betäubt die Frau mit Äther – und dann fehlt auf einmal das goldene Besteck! „Das war gar nicht so einfach zu schreiben. Ich lese zwar gerne ‚Die drei Fragezeichen‘ und habe auch schon eigene Geschichten geschrieben, aber noch nie einen Krimi“, sagte die junge Neumünsteranerin.

Unterstützung erhielt sie von Dozentin Anette Schwohl und Petra Kuhlmann vom Projekthaus, die den Kindern die wichtigsten Grundlagen zum Aufbau eines Krimis mit auf den Weg gaben. „Wir haben den Teilnehmern unter anderem erklärt, dass es einen Täter und einen Ermittler geben muss, dass Fälle gelöst werden können oder auch ein offenes Ende haben dürfen und dass es erlaubt ist, falsche Fährten zu legen“, erklärte Anette Schwohl. Die Umsetzung der Ideen lag jedoch komplett in der Hand der Kinder. „Wir haben da nicht großartig eingegriffen. Es kommt ja auch nicht so sehr darauf an, dass jedes Wort und jede Formulierung korrekt ist. Das Wichtigste ist die Geschichte“, sagte die Dozentin. „Wir haben höchstens ein paar stilistische Tipps gegeben, wenn jemand zwanzig Sätze mit dem gleichen Wort begonnen oder sehr verschachtelt geschrieben hat“, ergänzte Petra Kuhlmann.

Im Mittelpunkt stand jedoch die Fantasie – und der ließ auch die neunjährige Janika freien Lauf. In ihrem Krimi gelangen Einbrecher durch das Fenster ins Museum und stehlen einen bestickten Klingelzug. „In der Geschichte kommen zwei Diebe, eine Kommissarin, ein Polizist und eine Museumsdirektorin vor. Mehr kann ich aber noch nicht verraten, das Ende ist schließlich noch geheim“, sagte sie schmunzelnd.

Anette Schwohl zeigte sich begeistert von der Kreativität der jungen Nachwuchsautoren: „Es ist erstaunlich, was aus diesem Projekt entstanden ist. Man merkt, dass bei den Kindern ein Potenzial vorhanden ist, das im Alltag gar nicht aufblüht.“

Die fertigen Kriminalgeschichten und die dazugehörigen Figurentheater werden von den Kindern am kommenden Freitag, 6. November, ab 15.30 Uhr im Museum Tuch  +  Technik der Öffentlichkeit präsentiert. Besucher sind willkommen.

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